Schalke erzählt wieder

Das Netz weint schon wieder. Schöner Fußball wird gefordert. Der Trainer sei schuld. Ergebnisse scheinen zweitrangig. Oder zumindest selbstverständlich.

Torsten Wieland, königsblauer Premiumblogger, nannte mich in einer ähnlichen Diskussion in einer ganz anderen Zeit mal Videotext-Fan. Nicht wörtlich. Nicht böse. Gemeint war jedenfalls, dass, wenn es mir nur ums Ergebnis gehen würde, ich ja auch Videotext schauen könnte.

Ich hatte sehr viele Jahre Zeit, darüber nachzudenken. Auch, weil die Thematik nie verschwinden wollte. Diesen sogenannten schönen Fußball gab es seit dem auf Schalke eher selten zu sehen. Und Ergebnisse irgendwann dann auch nicht mehr.

Jetzt gibt es sie wieder. Die Ergebnisse. Und eine Menge Schönheit. Nein, wir sehen immer noch keinen mitreißenden Offensivfussball. Aber viele kleine Geschichten. Und diese Geschichten machen für mich die eigentliche Schönheit des Fußballs aus.

„Jede Geschichte gibt es nur einmal: Im Moment des Erzählens, der Gegenwart des Zuhörens“, sagte einer der klügsten, mir bekannten Menschen einmal. Schalke erzählt wieder Geschichten. Egal, ob Aydins „Karate-Tor“, oder Teroddes Zweitligarekord. Diese Geschichten werden erzählt. Und die Zuhörer sind wieder da, wo sie hingehören. Und das ist wunderschön.

Ich bin also kein Videotext-Fan. Sondern ein Geschichtenfan. So wie Millionen anderer Menschen, die sicherlich nicht ein Leben lang einen Verein supporten würden, in dem im ein oder anderen Fall noch nie schöner Offensivfußball gespielt wurde.

Ich lausche…

Andreas
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