Alles auf neu.

Ich war Schalke-Abstinent in der kurzen Sommerpause. Nicht zu 100%. Das geht gar nicht. An Schalke kommt keiner vorbei. Ich kenne im Groben die Namen der Neuverpflichtungen, ich weiss, gegen wen wir morgen spielen und auch, wer auf der Mitgliederversammlung in welche Ämter gehoben wurde.

Ich habe sogar das ein oder andere Testspiel im Schnelldurchlauf geschaut. Aber eines hatte ich in dieser ganzen Zeit so gar nicht: Eine Meinung. Alles war mir egal, und das beschämt mich sogar ein wenig. Ich war nicht Schalke. Kein kleiner Teil des Ganzen. Ich war höchstens gelegentlicher Beobachter.

Dass ich in der Vergangenheitsform schreibe, bedeutet nicht, dass sich das wesentlich geändert hat. Aber ich spüre einen kleinen Funken. Ich freue mich darauf, das Spiel morgen zu schauen. Ich freue mich auf einen Neuanfang. Auf kleine Schritte. Auf ein ‚Es geht wieder los.‘

Ich fühle mich noch lange nicht so weit, eine Meinung zu irgendwas zu haben. Ich habe keine Lust mir Gedanken darüber zu machen, ob gut eingekauft, gut gewählt, gut trainiert oder gut aufgestellt wurde oder werden wird.

Aber ich bin bereit für den puren, lieben Fußball. Für Sieg oder Niederlage. Sogar für ein Entfachen einer kleinen Euphorie oder – wenn es sein muss – das Einläuten der nächsten Krise. Aber vor allem bin ich bereit für Schalke. Für ein neues Schalke. Ein Anderes. Kleineres.

Vorerst aber weiter mit der Tugend, die uns die Pandemie in den letzten Monaten so eindringlich lehren wollte: Mit Abstand.

Vorerst.

Andreas
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