Never change a running system

Ich interessiere mich für Fußball. Wirklich. Teilweise denke ich sogar, es ist die Grundvoraussetzung, an einem Fußballblog mitzuwirken. Nur so ganz verstehen tue ich ihn nicht.

Das könnte daran liegen, dass ich die Komplexität dieses Spiels nicht zu begreifen im Stande bin. Nicht etwa, weil es mir an Intelligenz fehlt; zwar halte ich mich nicht unbedingt für eines der hellsten der 1000 Feuer meiner Heimat, aber ich sag mal so: Ein Schachspiel würde ich gegen jeden Sky-Experten gewinnen.

In der Simplizität meiner fußballerischen Gedankenwelt allerdings tendiere ich in letzter Zeit häufig dazu, dem Trainer gerne folgenden Vorschlag machen zu wollen:

Wenn meine Mannschaft einen geilen Fußball auf den Rasen bringt, der viel Kraft kostet, aber nicht zu Toren führt, fände ich es angebracht, schon vor Ablauf der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit, nämlich am besten genau dann, wenn jeder Zuschauer sieht, dass unserem Team die Körner ausgehen, frischen Offensivwind auf den Platz zu bringen. Vielleicht hilft sogar eine kleine Umstellung, um den Gegner nochmal zu überraschen.

Ähnliches gilt meines Erachtens, wenn die Mannschaft einen geilen Fußball auf den Rasen bringt, der viel Kraft kostet, und zu mehreren Toren führt. Da böte sich an, das Ergebnis abzusichern, in dem man die Mannschaft mit einem der defensiv geschulten Akteure von der Bank verstärkt, um einen Offensivmann sein Tagwerk getan haben zu lassen. Soll er sich seinen frenetischen Applaus abholen.

Im Moment habe ich aber leider das Gefühl, dass da so ein „Die Mannschaft hat das bis jetzt so gut gemacht, die hat sich nur noch nicht belohnt, also warten wir darauf“, beziehungsweise ein „Die Mannschaft hat das bis jetzt so gut gemacht, die sollen ihr tolles Ergebnis jetzt mal über die Zeit bringen“, mitschwingt.

Ich bin gerade echt mega-zufrieden mit der Entwicklung, welche das Team nimmt. Und wer weiss, vielleicht ist diese Besonnenheit – das Gegenteil eines besorgten Aktionismus – ja überhaupt einer der Grundpfeiler, die diese Entwicklung überhaupt möglich macht. Von daher möchte ich nicht meckern. Aber vielleicht kann mir das ja jemand erklären. Vielleicht ein Sky-Experte, bei einer Runde Schach…

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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