Ruhe? Nicht bei uns!

Eigentlich hätte es ein recht angenehmer Sonntag werden können. Schalke – mit einer tollen Choreo zu Ehren Rudi Assauers- zur ungewohnten Anstoßzeit um 13:30. Nicht schön, aber wenigstens entgeht einem so das Gesülze von Helmer, Wontorra usw. Gut, wer dann die 90 Minuten „Fußball“ gesehen hat, sehnte sich wahrscheinlich nach den Aussagen von Zettel-Ewald und co. Aber egal. Am Ende steht durch Punktgewinn der Klassenerhalt endgültig fest, man hätte einen Haken unter diese völlig verkorkste Saison machen und sich nun in aller Ruhe der kommenden Spielzeit zuwenden können. Und dann?

Ja dann wird es zum Abend hin unruhig in den Medien sowie in den sozialen Netzwerken. Immer mehr angebliche Details aus der gestrigen Aufsichtsratssitzung dringen nach außen. Von abgelehnten Bewerbern ist die Rede, von Vorbehalten und von kritischen Nachfragen. Zwei große Verlagshäuser bringen jeweils etwas unterschiedliche Storys. Es sieht ein wenig so aus, als würden hier zwei Lager versuchen, sich gegenseitig mit Informationen an die Presse zu überbieten. An dieser Stelle möchte ich nun mal den § 7.4 unserer Satzung zitieren: „Sitzungen des Aufsichtsrates finden entsprechend den Erfordernissen des Vereins statt. Sie sind streng vertraulich.

Nicht falsch verstehen: Ich finde es richtig und wichtig, dass man sich intensiv austauscht, evtl. vorhandene Vorbehalte äußert und kritisch nachfragt. Dies gehört gerade in einem Gremium wie einem Aufsichtsrat dazu. Am Ende fasst man demokratische Beschlüsse für oder gegen eine Person. Sicherlich aus guten Gründen. Und evtl. weicht so ein Beschluss auch mal von der eigenen Meinung ab. Das ist halt Demokratie.

Das, was gestern passiert ist, ist aber nichts Anderes als ein Satzungsverstoß und vereinsschädigendes Verhalten! Ganz gleich aus welchen Beweggründen hier Infos über eine streng vertrauliche Sitzung öffentlich werden- so etwas darf einfach nicht passieren. Nun ist Jochen Schneider bei einer seiner ersten Entscheidungen bereits öffentlich angezählt worden und das sogar noch, bevor diese Entscheidungen überhaupt gefallen sind. Und wenn die gehandelten Namen stimmen, fangen auch Trainer, Sportdirektor usw. nicht bei null, sondern bereits mit einem kleinen Minus an. Völlig egal, wie die gestrigen Gespräche denn nun tatsächlich verlaufen sind. Kann ja auch durchaus ein sehr positives und ergebnisreiches Gespräch zwischen Aufsichtsrat und Vorstand gewesen sein.

Hier zeigt sich aber einmal mehr, welch chaotische Verhältnisse in unserem Verein an ganz oberster Stelle herrschen. Das Durchsickern von Infos aus Sitzungen, die absolut vertraulich sind, ist ein schwerwiegendes Problem und sollte entsprechend abgestellt und sanktioniert werden. Dafür ist meines Erachtens der Vorsitzende des Aufsichtsrates da. Aber entweder hat dieser seinen Laden nicht im Griff oder aber ist selbst derjenige, der den Medien die gewollten Infos durchsteckt. Ich weiß gerade nicht, was schlimmer ist. Ich weiß nur, was es nicht ist: Tragbar!

Wir haben in den letzten Jahren an so vielen Schrauben gedreht, 1000 Trainer schon verschlissen und auch den Sportvorstand mehrmals gewechselt. Keine Maßnahme hat nachhaltigen Erfolg gebracht, weil wir immer wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Evtl. sollten wir den Schraubenzieher mal an anderer Stelle ansetzen. Am 30. Juni ist Mitgliederversammlung auf der auch der Aufsichtsratsvorsitzende zur Wahl steht. Ich weiß, was ich da tue.

Henning

Henning

Fakten:
Movember-Beauftragter | Jahrgang '79 | Wohnhaft in Herne, der Perle Westfalens | Enkelaus Kohle und Stahl | Unheilbar 19. Mai-geschädigt | Meister 20..
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