Die Ruhe hinter dem Sturm

2018/2019. Die Saison beginnt. In der Mannschaft wird fleißig vorbereitet, trainiert und einstudiert. Die Fans fiebern derweil nicht geringer: Tipprunden werden eröffnet, die ersten Auswärtsreisen geplant und Trikots heiß diskutiert.

Probleme? Klar. Auf der einen Seite kleinere Verletzungen im Trainingslager, auf der anderen Seite farbige Jerseys, die es nur für Männer und nicht in Kindergrößen gibt. Also vielleicht doch nicht wirklich: Alles ist im Rahmen und gut, wie es ist.

Und dann wird alles sogar noch besser: Domenico Tedesco unterzeichnet ein neues Arbeitspapier, die Personalie Thilo Kehrer verliert alle befürchteten Fragezeichen und spült letztlich sogar mehr Geld in die Kasse als wohl jeder zu träumen wagte. Ganz nebenbei läuft der Test gegen Florenz super.

Alles ist prima, alles ruhig und im Einklang. Wir dürfen uns ob der neuen finanziellen Situation vielleicht sogar nun noch über einen richtig tollen Neuzugang freuen. Also einen noch tolleren als sowieso schon. Wer weiß: Abwarten.

Jedenfalls sind beste Voraussetzungen gegeben, um gut in die Saison zu starten. Aber Wehe! Denn nichts von dem Erwähnten hätte Bestand, sollte dies nicht klappen. Keine gute Vorbereitung, keine gute Stimmung und schon gar kein letztjähriges Ergebnis.

Und genau das ist das Fiese: Wir wissen nicht mal im Ansatz, wo wir stehen. Die einen fordern mit dem Leitspruch „Wenn nicht jetzt, wann dann… “ eine breite Brust, die anderen mahnen zur Vorsicht und sprechen vom „glücklichen Zweiten in der letzten Saison“, von „gefährlicher Dreifachbelastung“, von beidem oder gar ganz was anderem.

Welchen Stellenwert hatten Kehrer, Weltklasse-Meyer und Goretzka tatsächlich? Wie wichtig waren sie vielleicht auch neben dem Platz? Wie schlagen die Neuzugänge ein? Haben wir uns in der Summe verstärkt? Hat das Team genug Breite für alle Wettbewerbe? Kommen Spieler wie Teuchert endlich richtig zum Zug? Kann Naldo nochmal derart spielen? Und was, wenn sich noch jemand ernsthafter verletzt?

Uns bleibt nur abzuwarten. Aber genau dieses ungewisse Kribbeln macht es mir im Moment schwierig, mich ernsthaft mit Schalke zu befassen. Zumindest emotional.

Gut, dass es bald losgeht. Ein Einzug in die zweite Pokalrunde würde sicher schon mal vieles lockern.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas