11 Mrz

Der umkämpfteste Vizetitel der Welt.

Die ersten vier Plätze qualifizieren inzwischen direkt für die Champions League. Das nimmt natürlich ein wenig den Ansporn, um Platz 2 oder 3 zu kämpfen. Und genau so war die Kommunikation der Vereine bisher: Man las höchstens noch von dem Ziel, die Champions League zu erreichen. Niemand wäre auf die Idee gekommen, einen Platz Zwei als Ziel auszugeben. Warum auch? Mich freut, dass das im Falle Schalke wohl nun aber doch der Fall sein soll.

Am 10. Spieltag hat der FC Bayern seinen Platz an der Tabellenspitze eingenommen. Seitdem waren nach komplett gespielten Spieltagen nur noch 4 Mannschaften auf dem zweiten Platz. Dortmund, Leverkusen (je 3 Mal), Leipzig (5 Mal) und Schalke (6 Mal). Zudem lauert Frankfurt – ebenso wie Dortmund – mit ein bis vier Punkten (je nach heutigem Spielausgang im Aufeinandertreffen der beiden Teams) auf Schlagdistanz zum Zweiten Platz. Hoffenheim trennen bereits Acht Punkte und 5 Plätze. Und Leipzig muss heute unbegingt in Stuttgart punkten, um am Ball zu bleiben.

Es ist unfassbar spannend und es macht momentan richtig Freude, die Spiele der Konkurrenten zu schauen, zu rechnen und mit zu fiebern. Wie geil könnte die Liga sein, nein, wie viel geiler könnte die Liga sein, wenn die Bayern nicht außer Konkurrenz spielen würden. Aber statt diese großartige Qualität als solche zu sehen, wird die Liga als „zu schwach“ bezeichnet. Das ist meines Erachtens großer Humbug. Die Liga ist derzeit sogar in der Summe verdammt stark.

Einzig und allein das Geld und die momentanen Wechselmodalitäten machen den Unterschied zur Spitze. Vor den Aufkauflüsten der Bayern ist kein Nationalspieler sicher. Mein Aluhut hat mir alles über die Überredungs- oder besser Gehirnwäschemaschinerie bei der Nationalmannschaft erzählt. Und wenn das System „Spielerberater und Handgeld“ nicht gestoppt wird, wird sich dieses Extrem natürlich auch immer weiter entwickeln. Wir können es nicht ändern. Wir können nur den zweiten Platz wie eine Meisterschaft feiern, bis auch für die Bayern mal wieder schlechtere Zeiten kommen. Und vielleicht kann man ihnen ja immerhin im Pokal noch in die Suppe spucken…

 

Tabellenzweite hinter Bayern:

Dortmund: (10.), (23.), (24.)

Leipzig: (11.), (13.), (14.), (15.), (22.)

Schalke: (12.), (16.), (17.), (18.), (25.), (26.)

Leverkusen: (19.), (20.), (21.)

(Gut, dass es Fussballdaten.de gibt)

 

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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Hugo Schlauer sagt:

Es ist leider so. Und als Schlussfolgerung dieser Entwicklung die Bayern zu verteufeln, wird der Sache auch nicht gerecht. Ich erwische mich selber immer wieder mal dabei, Verschwörungstheorien zu entwickeln. Die Bayern haben den DFB unterwandert, der Verteilungsschlüssel der Fernsehgelder wurde von Uli Hoeness manipuliert, die Schiedsrichter werden nicht aus Köln oder Frankfurt sondern aus München gesteuert, nur Bayern-Spieler kommen in den innercircle der Nationalmannschaft. All das wird wohl keiner sachlichen Überprüfung stand halten, wir sollten schlichtweg anerkennen, dass die Bayern einfach besser sind. Die Bayern haben ihren Erfolg durch sportliche Leistung und durchdachte wirtschaftliche Entscheidungen hart erarbeitet.

Was wir aber doch nicht ignorieren sollten, ist die Tatsache, dass ganz offensichtlich ein Systemfehler vorliegt. Es ist so wie beim Monopoly, einmal die fetten Straßen und Du wirst immer reicher, die Mitspieler sind früher oder später bankrott. Und in genau diesem Zustand befindet sich die Bundesliga. Da die BuLi aber noch nicht die systemische Reife hat, diesen strukturellen Fehler von selber zu korrigieren, müssen die Anpassungsmechanismen durch externe Unterstützung stabilisiert werden.
Ich halte es für ausgesprochen ungerecht und niemand sollte es persönlich nehmen, aber um unseren geliebten Sport zu retten, muss man auch den Mut haben, unpopuläre und teilweise ungerechte Entscheidungen zu treffen. Alle würden von einem temporären Zwangsabstieg der Bayern profitieren. Nee, was für ein GEschenk an die Folkloretruppen und Tresen im Hinterwald. Man muss nur den Mut und die Kraft haben, das Wohl des Ganzen gegen Einzelinteressen durchzusetzen.

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