Zurück im Schalke Universum

Da bin ich wieder. Also hier sowieso wieder verstärkt, denn ich habe wieder etwas mehr Zeit. Ich hatte die letzten zwei Monate ziemlich viel mit meinem Umzug zu tun. Und da kommen wir zum Punkt: Ich wohne wieder im richtigen Schalker Einzugsgebiet.

Und das, obwohl ich rein geographisch betrachtet ein paar Kilometer weiter vom Berger Feld weggezogen bin. Aber es ist so: Ich war bis zuletzt Bochumer. Und das sag ich absichtlich so. Ich könnte schließlich auch sagen, dass ich in Bochum gewohnt habe.

Doch tatsächlich ist Bochum die erste Station meines Lebens gewesen, an der ich mich tatsächlich wohl gefühlt habe. Das sollte den Leser, wenn er meine Wohnbiografie betrachtet, nicht wundern. Ich bin in Gladbeck -Rentfort aufgewachsehn und über Gelsenkirchen-Buer, -Scholven und -Feldmark schließlich in Herne-Baukau gelandet.

Sorry, Ihr Stahl- und Kohleenkel, aber Herne ist meines Erachtens das schrecklichste Fleckchen Erde, welches man zwischen Rhein und Weser finden kann. 2014 zog es mich dann in den Süden Bochums. Direkt an die Ruhr. Der wunderbare Mix aus sehr guter Infrastruktur und wunderschöner Natur hat es mir von Beginn an angetan und ich hatte gleich das Gefühl, nie wieder weg zu wollen.

Aber fußballtechnisch harte Kost. Bochum ist das Berlin des Ruhrgebietsfußballs. Obwohl mit der SG Wattenscheid und dem VfL Bochum zwei traditionsschwangere Klubs beheimatet sind, trifft sich hier alles. Viele Schalker, aber leider viel mehr Borussen, Gladbacher und vor allem: Bayern. Gräßlich viele. Und, wie es die Natur der Sache möchte: Die Farben der türkischen Hauptstadtclubs sind ebenfalls öfter gesehen, als die der beheimateten Vereine.

Nun bin ich 04 Kilometer weiter gezogen. Über eine magische Stadtgrenze. Nämlich nach Winz-Baak, Hattingen. Und siehe da: Fantechnisch scheint die Stadt genau so ruhig und angenehm zu sein, wie das Panorama von ganz Hattingen, welches sich mir beim Blick über die Ruhr vor dem heimischen Fenster bietet.

Hier ist man Schalker. Die Dächer tragen hier und da Satellitenspiegel mit Vereinsemblem, Gärten sind nicht selten mit königsblauen Fahnen geschmückt und die Aufkleber an den Autos sprechen ebenfalls eine eindeutige Sprache.

Ich finde das verrückt, geographisch betrachtet. Aber hinterfragen werde ich das nicht. Ich fühle mich hier wohl. Und mal sehen, vielleicht hisse ich ja dann doch auch mal ein Fähnchen…

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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