So nicht!

Herr Heidel, ich klage an! Was zum Teufel haben Sie vor? Ein zweites Mainz aus unserem schönen Chaosklub machen? Nicht mit uns.

Unzählige Online- und Printredakteure, die sich einst das Schalkeressort teilen mussten, weil es allein nicht zu bewältigen war, sitzen in ihren Büros und heulen bittere Tränen in die Tastatur, weil sie fortan entweder zur Erwerbslosigkeit oder gar zu ehrlicher Arbeit verdonnert sind. Verzweifelt wählen sie die Nummern ihres Telefonbuchs durch, um vielleicht doch noch eine klitzekleine Meldung zu generieren. Pustekuchen.

Nichts, wirklich nichts gibt es zu schreiben. Gut, manch‘ Online-Gazette schafft es, immerhin drei Redakteure mit zwei Artikeln zu beschäftigen, die nichts sagen, außer dass der Berater eines Spielers bestätigt, was der Spieler selbst schon vor einer Woche in die Mikrofone sämtlicher europäischen Medien diktierte. Aber das ist leider die Ausnahme.

Herr Heidel, wir brauchen Skandale. Maulwürfe. Action. Es kann doch nicht sein, dass alles, was wir innerhalb von einer Woche zu lesen bekommen ein Ja-Wort unseres verdienten Stürmers ist. Ich fordere Sie auf: Arbeiten sie im Hintergrund – möglichst schlampig – und überlassen sie wieder Leuten das Reden, die es nicht können.

Oder gehen Sie zurück, wo sie herkommen. Ins Niemandsland! Denn sie haben Schalke offenbar nicht verstanden. Wir brauchen unsere täglichen Gerüchte und Skandale. Wir brauchen unsere Edgar Davids-Anekdoten. Wir  brauchen die tägliche schmutzige Wäsche wie der Rest der Nation die Saubere. Wir haben doch verflixt nochmal nichts Anderes. Sie ruinieren Schalke mit ihrem professionellen Auftreten.

Und nicht nur das: Auch die Art ihrer Einkäufe halte ich für äußerst fragwürdig. Herr Heidel, wir brauchen Spieler die schöne Spielerfrauen haben, nicht welche, die schönen Fußball spielen. Wir brauchen Spieler, die Punkte in Flensburg sammeln. Nicht auf dem Platz. Wir brauchen Spieler, die ihre kaputten Knie in ihrer Loge mit einem Goldkettchen pflegen, keine, die mit über 30 noch Höchstlesitungen bringen. Und wir brauchen einen Trainer, der Sprüche klopft, statt Konzepte zu erarbeiten. Oder wollen Sie am Ende wegen einer billigen Salatschüssel den Mythos Schalke zerstören?

Foto: Redemann

 

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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