Sie wollen uns erzählen…

André Breitenreiter schickt sein Team zum letzten Mal in dieser Saison auf das Feld. Und wie gerne würde ich die Hoffnung wahren können, dass er das in der nächsten Saison auch noch tut.

André Breitenreiter ist meines Erachtens ein großartiger Trainer und ein Typ Mensch, wie es ihn im Fußball leider viel zu selten gibt.

André Breitenreiter hatte nie eine echte Chance, ruhig zu arbeiten, obwohl ihm genau das Anfangs anders in Aussicht gestellt wurde.

Unabhängig davon, ob er andernfalls überhaupt ein Engagement bei einem bekannten Pulverfass, wie es Schalke nunmal leidet ist, begonnen hätte, denke ich, dass er ganz anders agiert hätte, wenn er entweder von Beginn gewußt hätte, dass es letztlich doch nur um Erfolg geht, oder aber wenn er im Verlauf der Saison wirklich Zeit und Ruhe zu arbeiten gehabt hätte.

Er wurde fast systematisch zerlegt. Sobald er darauf aufmerksam machte, zerknirschte ihn genau dieses System nur noch mehr.

Er hat gesagt, was ihm nicht passt. Egal ob Richtung Management, Fans oder Presse. Sogar genau diese Direktheit und Offenheit, die wir ja im Kumpelverein Schalke ach so sehr lieben, wurde ihm schließlich angekreidet.

Mich macht das alles Fassungslos. Man spricht in aller Deutlichkeit aus, dass man jemanden in Ruhe arbeiten lassen möchte und kein Saisonziel ausgibt und schon nach wenigen Wochen erspart man ihm nicht nur die Rückendeckung, sondern springt ihm sogar selbst ins Kreuz.

Ja, das bin ich. Fassungslos. Und nennt mich Querulant und Meckerkopf, meinetwegen auch ständig unzufrieden. Ich glaube nicht mehr daran, das Schalke ein Umfeld ist, in dem Erfolg wachsen kann. Nicht mit dieser Führung. Und da rede ich nicht vom sportlichen Management. Vielleicht kann man ihn ja aber Dank Gazprom dann doch bald kaufen. Aber selbst das fällt schwer zu glauben.

Ich schweife ab. Was ich sagen will: Danke, André. Ich bin beschämt, was du hier erleben musstest und wünsche dir viel Glück, wo auch immer du in Zukunft tätig sein wirst. Du bist einer von den Guten.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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