Auf den nächsten Umbruch!

Und wieder eine Saison geschafft. Das heißt fast, am letzten Spieltag geht es noch darum, ob man sich eine Qualirunde zur EL sparen kann oder eben noch diese Extraschichten aufgebrummt bekommt. Bei der derzeitigen Form befürchte ich letzteres. Irgendwie will nichts mehr so richtig klappen. Siehe Samstag. Feldüberlegen gegen eine Augsburger Mannschaft, die nur den einen Punkt wollte und am Ende tatsächlich auch bekam. In 60 Sekunden mit dem Hintern umgehauen, was man sich 82 Minuten vorher mühsam erarbeitete. Zum Haare raufen.

Schalke steht also, knapp 12 Monate nach dieser unsäglichen Di Matteo Phase, ziemlich genau an der gleichen Stelle. Jetzt ist es der Manager, der definitiv den Verein verlassen wird. Und auch wenn noch nichts offiziell ist, gehe ich stark davon aus, dass auch Andre Breitenreiter seinen Hut nehmen muss. Letztlich schade, denn wie waren die Worte noch vor der Saison?:  „Wir geben kein Ziel aus, sondern wollen die Fans zurückgewinnen.“ In der Hinrunde hat das sogar noch recht gut geklappt. Die Leistungen ordentlich, die Stimmung wurde von Spiel zu Spiel besser. Der „Schalalala“-Wechselgesang gegen Hertha wird sicherlich nicht nur mir noch im Ohr hängen. Und als dann auch noch der Siegtreffer in der Nachspielzeit fiel…-genial! Leider hat man es dann aber versäumt, so ein Spiel mal als Initialzündung für die kommenden Partien zu nehmen. Viel zu oft folgte gerade in der Rückrunde auf einen guten Auftritt fußballerische Magerkost. Einzig den Willen kann man der Truppe nicht absprechen. Bis auf ein paar Ausnahmen hatte ich eigentlich immer den Eindruck, zumindest eine kämpferisch starke Mannschaft zu sehen. Nun gut, dass hieße im Umkehrschluss, dass sie es tatsächlich nicht besser können. Ob das nun so positiv ist? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, ob es am Trainer liegt. Ich glaube aber, dass diese Mannschaft sehr viel Luft nach oben hat. Und dass es Gründe geben wird, warum dieses Potential nicht abgerufen werden kann. Welche das sind, kann ich natürlich auch nicht sagen. „Dat is Schalke“ ist glaube ich noch die ehrlichste Erklärung für die ganze Situation.

Und eigentlich ist es auch egal, denn machen wir uns doch nichts vor: Wir sind diesem Club verfallen, so beschissen er auch Fußball spielen mag. Klar wendet sich der ein oder andere ab. Die Tatsache, dass es drei Tage vor dem letzten Saisonspiel noch Karten für 26€ über das offizielle Ticketportal zu kaufen gab, ist schon ein deutliches Zeichen. Auch an Dauerkarten, selbst in den eher niedrigen Preiskategorien, kommt man so einfach wie seit Jahren nicht mehr. Dennoch war das Stadion gegen Augsburg voll und auch in der Saison 2016/2017 werden wir einen Zuschauerschnitt von mehr als 60.000 erreichen, da bin ich mir relativ sicher. Denn wir können zetern, wir können schreien, wir können uns „nie wieder“ schwören-wir tun es uns ja doch wieder an. Jahr für Jahr, Saison für Saison, Umbruch für Umbruch.

Henning

Henning

Fakten:
Movember-Beauftragter | Jahrgang '79 | Wohnhaft in Herne, der Perle Westfalens | Enkelaus Kohle und Stahl | Unheilbar 19. Mai-geschädigt | Meister 20..
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