Teufelskerle

9. Spieltag. 19 Punkte. 2 mehr als 2000/2001, als wir eigentlich Meister waren. 3 mehr als 06/07, als wir Meister hätten werden können. So viele wie 09/10, als uns abgeschlagen hinter Bayern immerhin der Vizemeisterrang blieb.

Und das ohne Boatengs, Kedhiras oder Raúls. Und nicht nur mit sondern wegen Meyer, Goretzka, Sané & Geis. Es ist wunderbar, diesen Teufelskerlen zuzuschauen. Sie haben die Spannung, die Identifikation und den Geist des Fußballs wieder nach Gelsenkirchen gebracht.

Nicht mal von den hohen Wellen der Presse lassen sie sich aus der Ruhe bringen. Ich hingegen schon. Ich könnte speien, wenn ich die Zeitung aufschlage, bzw. die Portale öffne. Aber ich möchte abwarten, bis ich meinen Mund öffne. Ich möchte hören, was die Beteiligten zu sagen haben, bevor ich die Flüche ausspreche, die mir auf der Zunge liegen. Ich möchte an das Gute glauben, bevor ich an die Vernunft der Mitglieder und den Mut zur Opposition auf der nächsten JHV appelliere.

Solange ist Sport. Hoffentlich. Am Donnerstag gegen Sparta Prag. Ich erinnere mich noch: 1973. Pokal der Pokalsieger. Viertelfinale. Im Hinspiel sorgen Ehmke und Rüssmann für das 2:1, im Rückspiel in Prag dann die Klatsche. Ich habe die ganze Nacht geweint. Nicht wirklich. Aber ich kenne einen, der sich erinnern könnte. Aber sicher nicht möchte. Vielleicht frag ich ihn trotzdem mal.

Ungefähr 25 Wochen später wurde in Langenhagen Niedersachsens Fußballer des Jahres 1993 geboren. Kausaler Zusammenhang vollkommen ausgeschlossen. Doch ich vertraue darauf, dass dieser alles aus dem Team holt und im Falle eines Misserfolgs dies zusammen- und seine Mitglieder bei Laune hält. Beziehungsweise hege ich nicht den leisesten Zweifel.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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