Gerade nochmal gut gegangen.

Fast hätte ich mir Max Meyer zur Seite genommen, ihm auf die Schulter geklopft und gesagt, dass dieser Sieg zum Großteil auf seine Kappe geht.

Und fast hätte ich Leon Goretzka zu mir gerufen, ihm einen High-Five verpasst, und gesagt, dass er den Eurofighter 2015 verkörpert wie kein Zweiter.

Fast hätte ich Leroy Sane geradezu großväterlich in seine Wange gekniffen und gesagt, dass es einfach eine Wonne ist, ihm zuzuschauen, und ihm eine große Zukunft auf der Europäischen Bühne prophezeit.

Johannes Geis hätte ich fast behutsam freundschaftlich mit der Faust auf den Oberarm geboxt und ihm gedankt, dass er meinem Team endlich wieder ein ansehnliches Fußballspielen ermöglicht.

Ich bin dann lieber auch nicht zu Joel Matip gegangen, mit dem ich – ihn im Schwitzkasten haltend und mit meinen Fingerknöcheln über seinen Kopf reibend – über seinen erneuten Treffer feixe.

Ich habe sie auch nicht alle zusammengetrommelt um ihnen erstens zum grandiosen, weil schwierigen Auswärtssieg und zweitens überhaupt schon mal pro Forma zum Überwintern in der Europa-League zu gratulieren

Denn ich bin ja besonnen.

Ich bin dann lieber zum Hunter, habe ihn einen angedeuteten Kinnhaken verpasst und gesagt „Geht doch, Junge!“

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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