Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!

Es ist so unfassbar, wie fast täglich irgendwelche Reporter aus ihren Löchern kriechen, um Horst Heldt die eine Frage zu stellen, die ihm in den letzten Wochen schon so unzählige Male gestellt wurde, nur um dann irgendwas in die Antwort zu interpretieren, was nicht drin steckt.

Nehmen wir mal an, wir blicken in die Küche von Ulla und Peter. Die seit 20 Jahren verheirateten Mittvierziger sitzen am Frühstückstisch und unterhalten sich wie immer nicht. Doch plötzlich fragt Ulla: „Peter. Kommst du heute pünktlich von der Arbeit?“. Peter kaut sein Marmeladebrot zu Ende, guckt ein wenig grimmig, weil er sich dabei von ihren wartenden Blicken ein wenig unter Druck gesetzt fühlt und antwortet anschliessend für die Uhrrzeit immerhin angemessen freundlich: „Ich habe vor pünktlich Feierabend zu machen.“ Just in dem Moment fällt ihm aber ein, dass er beim letzten Mal, als er diese Frage getellt bekam einen Heidenknatsch bekommen hat, als er dann doch länger auf der Maloche bleiben musste, weil er noch zu einem Kunden raus musste und die A40 mal wieder dicht war, aber das konnte er ja nicht vorhersehen. Deshalb schiebt er schnell hinterher: „Aber man weiss ja nie. Am besten ruf ich dich vor halb fünf nochmal an.“

Das war klug von Peter. Denn man kennt ja Murphy. Und den Ruhrschnellweg.

Ungefähr genauso klug ist es, wenn Horst antwortet, dass er nicht ausschließen kann, dass Draxler doch geht, schließlich könne ja ein Angebot kommen, welches sich anzuhören lohnt.

Da hinein zu interpretieren, dass man ihn doch noch loswerden wolle, oder nicht mit ihm plant, oder er gar so gut wie weg wäre, ist wirklich ein Armutszeugnis.

Ich freue mich, dass unser Sportvorstand mit offenen Karten spielt und würde mir wünschen, dass ihm daraus kein Strick gedreht wird.

Das gleiche gilt übrigens auch für Spieler, die mit 20 nicht ausschliessen wollen, irgendwann mal zu den Bayern zu gehen. Das ist einfach ehrlich und man weiss nie, was passiert. Das heißt nicht, dass ich nicht vor jedem den Hut ziehe, der diesen Schritt kategorisch ausschließt. Doch ich schweife ab.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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