Nicht alles vorbei…

Manchmal liegen Sieg und Niederlage nah beieinander. Zugegeben, das gestrige Null-Zwei beim Champions League Spiel in Gelsenkirchen liess nicht gerade den Verdacht zu, dass es in dieser Verbindung zu einer Kopulation kommen könnte, aber wir haben auch nicht nur verloren.

Keine Frage: Eine große Hoffnung auf einen ausreichenden Rückspiel-Sieg sollte man sich trotz ihrer hinlänglich bekannten, sprichwörtlichen Survival-Qualitäten nicht machen, aber vielleicht auf einige andere Dinge.

Zwar fehlte hier und da – vor allem nach dem Gegentor – die Grundordnung, aber wir haben klar gezeigt, dass wir keine Mannschaft mehr sind, die sich einfach abschlachten lässt. Weder von den Bayern, noch von einem Real Madrid, welches mit seinem lächerlichen portugiesischen Flaggschiff jegliche Sympathie, die Spieler wie unser Señor mühsam aufgebaut haben, vermissen lässt.

Genau diese Stabilität ist es, die Mut macht. Zwar ist es im Moment noch Theorie, deren Farbreichtum mit der Verletzung von Huntelaar nicht gerade in Schwung gekommen ist, aber mit einer stärkeren Offensive, für die der ein oder andere lang vermisste Rückkehrer sicherlich sorgen könnte, könnten solche Spiele wie gestern sicherlich anders ausgehen.

Dies soll kein Vorwurf an die Offensivabteilung sein: Denn neben den guten Auftritten der Routiniers konnte hier der nächste Gewinn eingefahren werden. Denn ich glaube, man darf noch einiges von einem Talent erwarten, dass in einem solchen Spiel eine solche Leistung zeigt. Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass wir – und der Rest von Fußball-Europa – mit Felix Platte nicht nur einen Notnagel gesehen haben. Das hat Spaß gemacht!

Das gleiche gilt für unseren Keeper. Klar könnte man sagen, dass ein erfahrenerer Keeper bei dem ersten Tor anders agiert hätte, aber spätestens beim zweiten Gegentor trifft ihn keine Schuld mehr. Dafür ging mir in verschiedenen anderen Situationen das Herz auf, beispielsweise, als er Ronaldos Freistoß, der sicherlich spektakulärer aussah als er gefährlich war, pflückte. Wie geil ist das denn, dem Präsidentensohn, den Schalke vor zwei Jahren aus Karlsruhe entführte, beim Wachsen zuzuschauen? Da haben wir bald ein ganz schönes Luxusproblem an der Backe!

Und auf der Gegenseite? Was haben wir verloren? Wir haben eine geringe Chance nicht nutzen können. Das war aber auch irgendwie  – wie die Formulierung geringe Chance schon sagt – nicht wirklich zu erwarten. Jetzt bleibt uns im Rückspiel immerhin noch eine wesentlich geringere bis nichtige Chance auf ein Weiterkommen. Und eine wesentlich größere, kleine Schalker Geschichten zu schreiben. Vielleicht ja schon die von dem ersten Champions-League Tor des Jungen aus Höxter… Ich freu mich drauf!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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