Bestimmt.

Gerade zwei Tage ist es her, dass wir, die Schalker Anhängerschaft, uns über einen Heimsieg freuen durften, der – Vernunft mal vorausgesetzt – nicht zwingend einplanbar gewesen ist. Es wäre unter Umständen ein leichtes zu sagen, dass Hannover in der Hinrunde hinter den Erwartungen zurückblieb, und sie nicht die Klasse der letzten Jahre besitzen, allerdings muss man sich dann die Frage gefallen lassen, ob diese Erwartungen nicht auch zu hoch angesetzt waren. Und hinter zu hohen Erwartungen zurückzubleiben, ist indes als keine der allergrößten Künste bekannt.

Fakt bleibt aber, dass Hannover zum Zeitpunkt des Gastspiels in unserem Wohnzimmer weder Kanonenfutter noch äusserst berechenbar gewesen ist oder wäre. Im Gegenteil, ich denke, wir hatten es sogar mit einer Mannschaft zu tun, die heuer das erste Mal eine Gelegenheit geboten hat, wenigstens die Ahnung dieses redensartlichen Standorts zu bekommen, den man als Fan doch so gerne zu bestimmen in der Lage wäre, oder aber um – mal angenommen man besäße einen ähnlich ’noch ausreichenden‘ Fußballsachverstand wie der Autor dieser Zeilen – zumindest einen Anhaltspunkt geboten zu bekommen, der Nährboden für die Hoffnung böte, dass jene, welche in unserem Verein die sportliche Verantwortung die ihre nennen, ihn zu bestimmen vermögen.

Wenig überraschend ist in der Tat aber, dass dieser Standort zwar gebührlicherweise meilenweit vor dem Reviernachbar, aber in gefühlt ähnlicher Distanz hinter dem morgigen Gegner, dem so genannten – weil leider tatsächlichem – Rekordmeister FC Bayern München, zu sein scheint. Wohl vermeintlich aber eher unvermeidlich ein wenig nach hinten verrückt wird dieser noch durch den Umstand, dass der Hunter sich eine verdammt lange Zeit ausschließlich auf die Auftritte in der Königsklasse konzentrieren darf, womit er meiner bescheidenen Meinung nach gerne bis nach der Partie gegen die [Hier eine lustige Bezeichnung für den FC Bayern München einfügen] hätte warten können.

Aber ob mit oder ohne unseren Mittelstürmer: Wie geht man denn nun in ein solches Spiel? Für die Mannschaft hätte ich da eine Idee: Mit 1904% und unbedingtem Siegeswille, der sich durch Kampf bis zur letzten Sekunde der Nachspielzeit und ein paar wunderbar erspielten, satten Torchancen äussert, die das ein oder andere Mal gerne von Erfolg gekrönt sein dürfen. Für den Fan liegt mir jedoch keine Idee ähnlich nahe. Obwohl es sich in der Tat bewährt hat, sich vor der Partie weitestgehend bedeckt zu halten und bei etwaigen Nachfragen mit den Schultern zu zucken, insgeheim aber fest an den – vor allem in dieser Höhe – überraschenden Sieg zu glauben, der zwar in der Regel nicht stattfindet, wonach man sich aber in diesem Falle ja damit trösten kann, dass genau dieser Umstand einem von Anfang an klar war. Andernfalls, also idealerweise feiert man das ganze mit unglaublich viel Hopfenschorle und schreit unbedingt viel zu laut und in einer Tour „Ich hab’s ja gesagt!!! Ich hab’s ja gesagt!!!“. Oder kurz: Man geht in die Partie wie ein Schalker es eben tut.
Also Zwille raus und los!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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