Der Oktober macht was er will.

Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Schalker Trainerwechsel durch eine offizielle Meldung des Vereins erfahren habe. Das ist fast löblich. Aber nicht deswegen habe ich als erstes – trotz meisestem Herbstwetter – zunächst meinen Kalender konsultiert, um in Erfahrung zu bringen, ob wir nicht den 1. April haben.

Wochenlang heimste der Verein sich das Lob derer ein, die sich freuen, dass Schalke endlich Beständigkeit zeigt, statt sich von kurzzeitigen sportlichen Ungereimtheiten beeindrucken zu lassen, um offenbar hinter dem Rücken des Cheftrainers bereits eine vermeintlich hochrangige Alternative bereitzuhalten.

Für mich persönlich bedeutet das, dass wieder ein wenig Identifikation verloren geht. Nicht nur mit der lieb gewonnenen Person Keller, sondern vor allem auch mit einem weiteren peinlichen Possenspiel, dass der ehrlichen Offenheit der Ruhrgebietsmenschen so sehr widerspricht, wie es nur irgend geht.

Ich möchte Jens Keller meinen größten Dank aussprechen. Für zwei Jahre, in denen er Schalke als zerstrittene Truppe übernommen und wieder zusammengeführt hat, und in der er trotz dünnstem Personalboden beeindruckende Ergebnisse erzielt hat. Zu lange, beziehungsweise zu oft musste er auf den Goalgetter, den Abwehrchef, den Flügelflitzer, und und und verzichten. Jens Keller wird seinen Weg machen. Und wer weiss: Vielleicht wird er ja eher Meister als unser Verein.

Ein Willkommen für den Russlandmillionenerfahrenen, deutschsprechenden Schweizitaliener möchte ich noch nicht aussprechen. Da kommt mir die Pause sehr gelegen.

Ich bin sauer!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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