Supercupvizepunkteabnehmer

Ja, hätte auch anders übertitelt werden können. Lederhosen auf die Knie runtergezogen. Oder Gefühlter Sieg. Oder Wechselbad -, wahlweise zu ergänzen mit „der Gefühle“, „-minton“ oder „-stuber“.
Sage mir keiner, man und frau wäre nicht auf eine Niederlage eingestellt gewesen. Ich wars ja schon bei Veröffentlichung des Spielplans, Marke: wird ein schwerer Start in die Saison.

Und weil man einkalkulieren musste, die Punkte gegen den Meister liegen zu lassen beim ersten Heimspiel, war ja die Niederlage in Hannover doppelt schmerzlich. So weit die Erwartungshaltung vor dem Spiel.
Dann ging es auch genau so los, eigentlich schlimmer noch. Während ich mir ein mehrzahliges Zunull ausmalte und innerlich schon abhakte, beschlich mich eine sonderbare Form der Wehmut. Ich kannte die Mannschaft irgendwie nicht. Sehnte mich nach Farfàn. Ushida. Einem Knipser. Einem Spielgestalter. Leute, die in manchen Spielen (manchen!) den begeisternden Unterschied oder aber auch die überraschenden Antworten auf schwierige Aufgaben dargestellt hatten, aus unterschiedlichen Gründen aber nun so weit weg und verloren schienen. Wehte innerlich auch einer neuen, jungen Begeisterung nach: Draxler, Max, Goretzka, Kola … Alle nicht da oder zu klein, um ihre hochgehaltene Messlatte zu meistern.
Stattdessen ein fremdes Feld da unten. Vertrauen schwer wachrufende Doppelsechser, Ersatz-Innen-Leute, keinen Regisseur, keinen echten Sturm … seltsames Team da auf dem Platz. Auf der Bank dann noch Obasi, Clemens, Barnetta … hm. – Und prompt der Bayern-Wirbel, zack, Einsnull, Hände vors Gesicht, Schlimmer kanns nicht werden, Tabellenletzter.
Und dann.
Da kamen Spieler aus dem Bergwerksschacht zurück, die malocht haben, geackert, geplockert. Die gewollt haben, die’s wissen wollten, die nicht aufgegeben haben. Großartig. Und nochviel großartiger, und das ist wirklich zu unterstreichen, ist der FANTASTISCHE Support von den Rängen!!! Ich war und bin unheimlich stolz!
Ja, und so war es am Ende dann doch ein gefühlter Sieg, ein Sieg gegen die Schmähungen allemal, ein beflügelnder Einstieg in die Saison, ein Punkt, den andere erst mal noch holen müssen – und, ja gut, ich sehe auch die festen Bänke, die wir haben, freue mich endlich wieder über einen absolut zuverlässigen Torwart (gute Besserung!), erkenne, dass es mehr noch als die oben Genannten viel versprechende Förderkräfte gibt (Ayan, dem wir alles Gute wünschen) – und kann mich auch anfreunden mit den neuen Namen wie Choupo und – mit Abstrichen – wie Sam … auch wenn der sich seinen Bayern-Trikot-Tausch hätte sparen können.
Fans, Kampfspiel zweite Halbzeit, Glücksverheißung: alles vier Sterne!!!!

Ähm … Liest das hier überhaupt irgend jemand??

André

André

Fakten:
Zwischentonbeauftragter des Web 0.4 | Jahrgang erster Bühnenauftritt der Stones | Erster Verein: Rot-und-blau, W-S-V, und als Aktiver: königsblauer Delbrücker Spochtclub | WohnHAFT in Dortmund | Würde niemals in Lüdenscheid wohnen wollen | Hat das Consol Theater in Gelsen-kirchen mitgegründet, direkt neben dem Logo des Web 0.4 | unvergessliche Paraderolle: der blinde Trainer Otze Hirschregen
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