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Schalke startet in die neue Bundesligasaison. Sogar zwei Weltmeister stehen von Beginn an auf dem Platz. Weltmeisterlich bleiben am Ende aber leider nur der königsblauen Fansupport in Hannover.

45 Minuten brauchte Champions-League-Abonnent Schalke, um sich an die neue Bundesligasaison und den ebenfalls eher schwach beginnenden Gegner Hannover 96 zu gewöhnen. 2 weitere Minuten – nämlich die ersten der zweiten Hälfte – reichten, um das Spiel an sich zu reissen. 15 weitere Minuten verstrichen, in denen Schalke den Zuschauer in dem Glauben gelassen haben könnte, dass man tatsächlich gelernt hätte, eine Führung klug zu verwalten. In 3 weiteren Minuten liess man sich zwei Mal überrennen, brauchte dann 10 Minuten, um sich wieder zu finden, nur um dann die restlichen 13 Minuten entweder jeden Willen oder aber jegliches Mittel vermissen zu lassen, das Spiel noch zu einem Remis zu bewegen.

Ich tue nicht gut daran, mich in taktischen Details oder gar psychologischen Angelegenheiten zu äussern. Aber ich habe schon ein wenig den Eindruck, als fehle es dem Team an einem – zumindest guten – hierarchischem Gefüge. Sollte da ein Leader auf dem Platz gestanden haben, scheint dieser in den letzten beiden Partien seinen Job – gelinde gesagt – ein wenig vergeigt zu haben. Oder sollten es mit Abwehrchef Höwedes, dem vermeintlich aufstrebenden Draxler und dem – zumindest vorerst – in die Defensive gedrängten Boateng gar gleich zu viele sein?

Wenn dem so wäre, wer ist dann verantwortlich? Würde ein anderer Trainer ein Gefüge schaffen können? Oder liegt es einfach an den Spielern? Wenn dem so ist, muss man dann wieder einen Leader kaufen? Und vielleicht einen vermeintlichen, sehr begehrten dafür abgeben? Oder muss man einfach akzeptieren, dass Hannover mit zwei guten Einzelaktionen alles richtig gemacht hat und Schalke im richtigen Moment erwischt hat, so dass im nächsten Spiel schon wieder alles ganz anders aussieht?

Egal wie es ist oder letztendlich war: Es warten ungemütliche Wochen auf uns. Weil Schuldige gesucht werden. Und weil auch ein eventueller Heimsieg noch keine Ruhe bringen wird. Und schlussendlich auch, weil das Transferfenster noch bis zum 2. September geöffnet sein wird.

Obwohl ich mir offen gesagt dieses mal gar nicht sicher bin, ob ich einigen grundlegenden Änderungen – durchaus auch in Bezug auf weltmeisterliche Eigengewächse – nicht durchaus freundlich gesonnen wäre. Einfach, weil alles so festgefahren scheint.

Abwarten. Derweil vertreibe ich mir einfach die Zeit damit, mal darüber nachzudenken, wann wir zum letzten mal einen Spieler bei einem anderen Bundesligisten abgeworben haben, der bei uns groß aufgetrumpft hat, ohne sich nach wenigen Spielen zu verletzen. Anyone?

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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