Neunzehnnullvier

Wir Schalker waren schon da, wo die Luft am heißesten und der Tag am dunkelsten war. Wir haben den Rausch mitgemacht, den Exzess ganz oben mitgenommen, uns neunzehnnullvier Mal im Karussell und somit im Kreis gedreht. Wir sind drachenartig nach oben gestiegen und wie ein Flugzeug mit Triebwerksschaden gefallen. Die Jahre sind gegangen, wir Fans sind geblieben. Wir haben gelacht, geweint und getanzt, wir haben einander und allen Anderen, auch denen die es nicht hören wollten, mitten ins Gesicht geschrien und keiner und alle haben dazugehört: Zu uns Schalkern.

Wir haben Fangesängen und Pfiffen gelauscht und den Rauch der 1000 Feuer in den Himmel steigen sehen. Es gab Tage, an denen wir in der Kurve standen und zugeschaut haben. Abgewartet, während aus den Plänen und Vorhaben der Mannschaft Papierflieger und Asche wurden, bis die Putzkolonnen kamen und die Kippen und Becher und Fanträume in die Ecken kehrten. Dann haben wir den Dreck von unseren Trikots geklopft und haben weiter gekämpft. Und gewollt haben wir all die Jahre lang heisse Champignons, Meisterkuchen, Cupcakes und Pokalsuppe. Und irgendwie auch uns.

Libera

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Gleichstellungsbeauftragte a.D.
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