Wir kleiden dich: Button 0.4

Es ist 2014, ich werde dieses Jahr 35 Jahre alt und habe damit rund die Hälfte des Weges zum Erwachsen sein geschafft. Glaube ich. Seit Ende des letzten Jahres sieht man erstmals – zumindest wenn man genau hinschaut – eine Armbanduhr an meinem Handgelenk prangen. Ein wunderschöner Chronometer aus dem Hause Festina. Limitiert auf 1904 Stück. Ich trage ihn mit Stolz. Ein unfassbar wunderbares Geschenk von einem unfassbar wunderbaren Menschen.

Das letzte markante Accessoire welches ich davor trug – sieht man mal vom Fanschal, einer Kopfbedeckung oder dem viel zu lange getragenen Ehering ab – war ein Nasenring. Dieser schmückte mein Gesicht ziemlich lange, ich warf ihn aber mal in einer übertrieben theatralischen Geste vom Tetraeder in Bottrop. Nämlich einen Tag bevor ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker beginnen würde, in einer Firma, die sich am Fuße der Halde befand, welche das Kunstobjekt beherbergt. Eine große Geste für den Beginn eines neues Lebens, welches nie wirklich stattfinden sollte. Ansonsten: Keine Ketten, keine Armbänder, keine Ringe. Ich weiß gar nicht wieso. Zumindest nicht aus irgendeiner Überzeugung.

Eine Art Accessoire, welches mich aber quer durch mein ganzes Leben begleitet hat, ist der Button, oder, wie man später cooler sagte: der Pin. Ich rede nicht von den 10 Zentimeter-Dingern, die man sich auf dem Volksparteifest selber gestalten kann, sondern von diesen süßen kleinen 2,5-Zentimeter-Dingern, die so manche Punkerkutte (Wie sehr ich mir eine Welt wünsche, in der das ein Oxymoron wäre – Oh, Apropos, einen Oxymoron-Button trug ich auch mal am Kragen) zu Hunderten zierten. Heute sieht man sie – je nach Szene – eher an Caps und Taschen.

Ich würde euch jetzt so gerne erzählen, welches mein erster Pin war, aber das gibt meine Erinnerung beim besten Willen nicht her. Im Laufe meiner Jugend hatte ich Hunderte. Darauf prangten beispielsweise Logos & Plattencover meiner Lieblingsbands, manchmal auch politische Statements oder der Name bestimmter Musikrichtungen, die ich toll fand. Nur wenige schafften es tatsächlich an ein Kleidungsstück. Und die meisten, die das schafften, wurden dann auf Konzerten oder so verloren. Egal. Da vorne gibt es Neue für 50 Cent.

Mein Lieblingsbutton, den ich leider nicht für ein Foto auffinden konnte, ist der meiner eigenen, damaligen Band denada. Was war das für ein grandioses Gefühl. Eigene Buttons. Wir hatten es geschafft!!  Dass ich ihn nicht finden kann liegt übrigens daran, dass ich weder eine kleine Schatztruhe noch ein anderes Briefmarkensammelalbum-ähnliches Repositorium pflege, in denen die verbliebenen Exemplare zu sehen wären. Aber glaubt mir: Jedes mal, wenn ich eine Kiste, eine Schublade, oder sonstwas aufräume, kommen mir mindestens zwei dieser Dinger entgegen. Ich tue sie dann konsequenterweise in eine andere Kiste oder Schublade.

Als mir Libera nun von Ihrer wunderbaren Idee erzählte, im Web 0.4 ihre Tasche zu präsentieren, welche ich immer noch bei jedem Stadionbesuch zu bewundern weiß („Die sieht aber sehhhr schwer aus. Soll ich die nicht lieber tragen?? Och, biiiiiiiitte!!!!“), war mein erster Gedanke: Da muss ein Web 0.4-Button dran!!! Keine Woche hat es gedauert, bis ich die Dinger in meinem Briefkasten hatte. 150 Stück, einer schöner als der andere.

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung was ich mit den 145 anderen mache, aber ich finde, ihr braucht dringend ebenfalls so einen, auch wenn deren nomineller Verkaufswert von einem Euro für ein einzelnes Exemplar (5 Stück 3,50 Euro, 10 Stück nur 5(!) Euro) sicherlich kaum das Porto wert ist. Wer nun denkt, er brauche keinen dieser Buttons, dem sei nochmal deren Vielfältigkeit ans Herz gelegt. Denn so ein Button schmückt nicht nur hervorragend Jacke, Mütze, oder Tasche, sondern kann auch als Pinnwand-Pin, Sicherheitsnadel oder Bauchnabelpiercing verwendet werden. Nicht empfohlen ist hingegen die Anwendung in Verbindung mit Schwarz-Gelber Kleidung, Schlauchbooten, Schwimmringen, Luftballons und Präservativen.

Bei Interesse nutzt bitte das Kontaktformular.

buttons

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

Letzte Artikel von Andreas (Alle anzeigen)