2013.

Ende der Achtziger, als 10-jähriges Kind, bin ich schwerstens davon ausgegangen, dass man 2013 seit zeimlich genau 13 Jahren mit dem Raumschiff zur Arbeit fliegt. Wollte irgendwie nicht. 2001, als junger Twen, dachte ich, dass wir 2013 mal Meister gewesen sein würden. Da soll noch jemand sagen, man würde mit steigendem Alter weiser werden.

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Doch 2013 war auch ohne Titel und doch noch futuristischer Fortbewegungsmittel ein gutes Jahr. Besonders für mich persönlich hat sich eine Menge verändert. Meist zum Guten. Eine Entwicklung, die ich dem Web 0.4 erst in den letzten Wochen des Jahres attestieren möchte. Denn während sich das Web 0.4 zu Anfang des Jahres immer mehr zu ’skAndy’s Blog‘ entwickelt hat, geht es in letzter Zeit wieder deutlich heterogener zu.

Zwar ist beispielsweise die wichtige Säule Strom Hagemann, dem wir heute übrigens aufs Liebste zum Geburtstag gratulieren können, wollen und dürfen, immer noch nicht wieder richtig im Rennen, aber mit der ‚Verpflichtung‘ ein paar neuer Gesichter ist mein Spaß an dieser doch sehr zeitraubenden Sache wieder voll entflammt.

Ich gräme mich nicht, an dieser Stelle zu betonen, dass für mich persönlich das Allerschönste war, dass nun auch Libera selbst, deren Worte und Gedanken unweigerlich schon seit langer Zeit in meinen Texten Platz gefunden haben, die Tastatur für unseren kleinen Blog beackert. Es war für sie kein einfacher Schritt, da zu befürchten war, dass es für einige so aussähe, als dürfe sie dies nur, weil sie mir Nahe steht, und nicht etwa, weil sie ihre großartigen Ideen zu formulieren weiß. Ich denke, sie hat mittlerweile allen das Gegenteil bewiesen, und ich bin ihr sehr dankbar dafür.

Es war in diesem Jahr nicht immer einfach für mich und meine Mitstreiter. Ich bin ein schlechter Chef, verstehe nichts von Kommunikation und ein feiner Motivator bin ich wohl auch nicht. Wohl einer der Hauptgründe, warum ich mich nie in dieser Chef-Rolle sah. Ich wollte immer, dass das Web 0.4 ein Kollektiv ist. Jeder der Bock hat sich einzubringen, ist Willkommen.

Ich bin damit ein wenig gescheitert, das muss ich mir eingestehen. Überhaupt habe ich ein wenig das Gefühl, wenn ich so manches Feedback sehe, dass mir das Web 0.4 über den Kopf gewachsen ist. All diese Befindlichkeiten von allen Seiten, die befriedigt werden wollen. Der Leser, der nicht mit Ironie kann, der andere, der nicht ohne will. Der eine Schreiber, dem das Web 0.4 fremd wird, der wieder andere, der trotz höchster Identifikation nichts beisteuern kann.

Andere wiederum opfern die wenige wertvolle Zeit, die Ihnen bleibt, und ihre großartigen Texte finden kaum Beachtung. SLib und Lehmann seien da erwähnt. Das tut mir jedes Mal persönlich ein wenig weh, weil ich weiss, wie sich das anfühlt. Andere Texte wiederum, kaum anspruchsvoll und einfach wütend hingehauen, meist aus meiner eigenen Feder, finden derweil größte Beachtung. Wie schade das ist. Man denkt über Veröffentlichungszeiten, über Social-Network-Strategien und über solcherlei Ungewese nach. Zeit, in der man weiter wunderbare Dinge schreiben, sich um seine Familie kümmern oder auch einfach arbeiten könnte.

Manchmal verliere ich die Lust. Und vor allem die Übersicht. Ich verspüre Druck. Frage mich, wofür ich das alles tue. Und spätestens an diesem Punkt kommt dann immer dieses warme, warme Feedback. Diese spürbare Dankbarkeit. Naja, auch lesbare. Denn als Beispiel sei die Schalaktion genannt. Wir bieten einen Schal an. Ihr nehmt ihn ab. Den Schal, mit unserem Logo. So weit, so geil. Aber dass dann auch noch nahezu jeder Abnehmer UNS dankt, dass wir dieses Angebot gemacht haben, haut mich um.

Das Web 0.4 ist eine kleine Blog-Klitsche. Rein Objektiv betrachtet. Da mache ich mir nichts vor. Aber rein emotional, rein subjektiv ist es etwas wunderbar großartiges. Etwas, dass liebe Menschen auf verschiedenen Ebenen zusammenführt. Das merke ich, wenn ich mit Schimanski in der Kurve stehe. Das spüre ich, wenn ich mit Strom und David singend durch Köln ziehe. Das merke ich, wenn ich mit Libera Hand in Hand über den nächsten Artikel spreche. Das merke ich, wenn ich mit meinem Freund SLib im Dortmunder Norden eine Falafel esse. Das merke ich, wenn mir wildfremde Leute beim Umzug helfen. Das merke ich, wegen all der tollen Leute wie Jochen und Atze und Sebastian und Anto und, und, und, und …, die ich ohne diesen Blog nicht kennen würde.

Ja, das Web 0.4 ist eine kleine Klitsche, aber eine, die in meinem Leben großartige Dinge bewirkt hat. Und die bei großartigen Menschen immer wieder kleine Dinge bewirkt. Und dafür liebe ich das alles hier. Uns. Euch. Und ich werde alles daran setzen, dieser kleinen, großartigen Sache auch im neuen Jahr ein zu Hause zu bieten.

Um es mal nicht zu sentimental werden zu lassen: Ich wünsche euch wunderbare Festtage und uns allen ein großartiges Jahr 2014. Mit oder ohne Scheissfußball. Aber mit Zusammenhalt, Herz, Spaß und königsblauer Leidenschaft!

DANKE an euch! <3

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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