Kopf und Rumpf

Es ist verflixt. Die Ausreden fehlen. Die Ausreden, die ich so gerne gebrauche, um mir meine schönes Schalke heil zu halten. Fast alles Andere ist doch schließlich scheiße genug. Und dann sitze ich da und schaue mit einem Auge dem Treiben zu. Sprach- und Ratlos. Heilfroh, dass meine Hand gerade auf schönste Art und Weise gehalten wird. Denn ich kann wegschalten. Es nicht an mich ranlassen.

Oder ist das gar schon Indiz dafür, dass es schlimmer ist, als gedacht!? Dass ich überhaupt wegschalten kann? Dass die Enttäuschung nicht so bitter ist, wie vor einem Jahr gegen Mainz? Dass ich heute hier sitze und gar nichts mehr schreiben will?

Ich zwinge mich. Schreibe ich eben darüber, dass ich nichts schreiben will.

Gut, wir sind aus dem Wettbewerb geflogen. Das ist nur halbschlimm. Passiert bei den besten Adressen. Musste man sogar ein wenig mit rechnen.

Viel schlimmer ist die Ratlosigkeit. Wie kann die Mannschaft, die noch letztes Wochenende so auftrumpfte so untergehen. Es war ja nicht mal so, dass kein Wille da war. Ist Fährmann vielleicht doch nicht besser als Hilde? Ist der Trainer wirklich so unfähig, wie viele sagen? Haben wir Hoffenheim trotz des Ligaspiels unterschätzt? Oder uns nach dem Sieg überschätzt? Waren nicht alle Rahmenbedingungen gegeben?

Gut, die Mannschaft ist immer noch ein Rumpfteam. Englische Wochen. Alternativen fehlen. Aber sind diese 11 da auf dem Platz nicht Topspieler?

Dann diese fehlende Zuversicht. Wie sollen wir nur gegen Basel oder in Gladbach bestehen? Und was hilft?? Die Reissleine??? Wirklich???? Trainerwechsel????? Ja wer denn??????

Schalke macht mir Kopfschmerzen. Harmonischer Scheißfussball? Oder doch große Erfolge? Enttäuschung rausschreien? Einfach weiterlächeln?

Ich weiss selbst nicht mehr, was ich will und was ich nicht will. Oder doch?

Ruhe möchte ich. Besonnenheit möchte ich. Kampf möchte ich. Zusammenhalt möchte ich.

Denn so gewinnt man gegen alles: Gegen Zombies, gegen pure Vernunft und gegen Mönchengladbach.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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