Vornehmlichkeiten.

Ich habe mir fest vorgenommen einen Artikel ohne die Worte ‚Advent‘, ‚Törchen‘ und ‚Meckern‘ zu schreiben und bin nun schon im ersten Satz gescheitert. Das macht aber nichts. Viel richtig gemacht haben nämlich hingegen die Jungs auf dem Rasen, und vor allem auch der, der sie gut eingestellt auf den Selbigen geschickt hat.

Aber gerade eben das ist es, was ich nicht verstehe. Ich will diesen Mann hochleben lassen. Feuer aus allen Ecken, eine Hiobsbotschaft nach der anderen, aber er steckt nicht zurück. Er schützt seine Mannschaft und arbeitet weiter. Er ist voll dabei, was nicht zuletzt seine Emotionen am Spielfeldrand zeigen. Wie schön es wäre, wenn dieses hausgemachte Zweifeltum bezüglich seines – von vielen sogar gänzlich abgesprochenen – Konzepts endlich oder zumindest vorerst Geschichte wären.

Doch nicht nur Jens Kellers ehrliche Emotionen waren es, die mir neben dem spielerischen Eindruck ein Glänzen in die Augen brachten. Auch die Erleichterung in den Gesichtern der Spieler wollten mir dringend suggerieren, dass es keinesfalls an der Lust am Siegen gefehlt haben kann. Und überhaupt: Die Laufleistung. Die Passwege. Die Abschlüsse. Fantastisch.

Und dann dieses 3:0, in der man das Gefühl hat, dass Jones mal eben all den Gegenwind gesammelt hat und in diesen einen Schuss legt. Welch ein fantastisches Geräusch, als der den Ball an die Torstange drischt.

Wir alle wissen, wie schwer die letzten drei Spiele werden. Und wie unfassbar wichtig jedes einzelne Spiel ist. Der Pokalfight gegen die Mannschaft, die uns vor kurzen noch in einem torreichen Spiel diese wichtigen zwei Punkte gestohlen haben. Das Spiel gegen die Mannschaft, die auf jenem Platz stehen, auf dem man so gerne mindestens hin will. Und das Millionenspiel gegen die vermeintliche Überrauschungsmannschaft aus Basel.

Ich bin Schalker. Ich hoffe immer auf Siege. Aber diesmal wären es nicht einfach nur Spiele um Punkte und Millionen. Sondern eben auch Spiele um eine Zukunft. Spiele, die aus dem Pulverfass Schalke vielleicht wieder eine angenehmere Sitzgelegenheit machen. Die mit dem ein oder anderen Törchen etwas mehr adventliche Harmonie schaffen, als es im letzten Jahr der Fall war.

Mist. Nochmal gescheitert. Aber bitte nicht meckern!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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