Eine königsblaue Glaubensfrage

An einem Spieltag kommen drei Schalker Fans an einem Schild an der Tausendfreundemauer vorbei und lesen „Bin ich der einzige, der an mich glaubt?“.

„Was für ein blödes Schild!”, lacht der Erste.

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Der Zweite sagt: “Statistisch gesehen ist es höchst unwahrscheinlich, dass überhaupt kein Anderer in irgendeiner Situation an dich glaubt.“

Der dritte Schalker überlegt kurz. “Es ist gar nicht nötig, dass Andere an dich glauben. Man kann doch nur jemandens Ansprüche oder Taten glauben. Um Ansprüche formulieren oder Taten begehen zu können, müssen Ziele gesteckt sein. Und an diese Ziele kann man letztendlich nur selbst glauben, sonst wären sie nicht die eigenen. In gewisser Weise schließt der Glaube an sich selbst geradezu definitorisch den Glauben der Anderen aus.”

Die Schalker schweigen. Dann erschlägt der erste Schalker den Dritten und klaut ihm seine Spieltagskarte und sein Veltins. Der zweite Schalker tut so, als hätte er nichts gesehen…

Libera

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Gleichstellungsbeauftragte a.D.
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