Dreieinhalb Fragen zu den Geschehnissen vor dem Anpfiff.

Die Dortmunder ‚Pyroaktion‘ (mir ist bewusst, dass es nicht allein diese war, sondern dass beispielsweise auch Scheiben der Gästeblockbegrenzung zerstört wurden) wirft einige Fragen auf. Mir im Speziellen drei bis vier nicht gerade sehr neue oder gar originelle, aber weiterhin brennende Fragen, die ich gerne an dieser Stelle stellen möchte. auch wenn ich nicht so Rehct weiss, wem eigentlich. Am liebsten natürlich den Handelnden und den Umstehenden. Doch weder die Vereinszugehörigkeit, noch die Gesinnung führen wohl dazu, dass diese Fragen von ihnen gelesen werden – sprich, dort ankommen. Außerdem sind weder Ultras, noch andere eventuell in Frage kommenden Menschen dafür berühmt, solche Fragen zu beantworten. Aber vielleicht findet der ein oder andere Leser ja eine Antwort, die über ein Kopfschütteln hinaus geht.

1) Wann immer irgendwo etwas passiert, wird gesagt, es waren Ultras. Auch ich neige dazu, wenn im Kern eines Auswärtsblogs etwas passiert, was mit Pyrotechnik zu tun hat, eine Ultragruppierung dahinter zu vermuten. Ist das falsch? Sind das keine Ultras, die da am Werk sind, wenn solche Dinge passieren?

Diese Frage ist wirklich ernst gemeint, und soll keine Provokation darstellen. Ebenso wenig wie die folgenden darauf Aufsetzenden.

Denn angenommen es ist nicht so, dass es keine Ultras sind, beziehungsweise nur eine Minderheit derer:

2) Wie haben eine Handvoll Leutchen oder gar Leuchten die Möglichkeit, etwas derart selbst- und fremdschädigendes in einem Block zu veranstalten, in dem doch zumindest die gefühlte Mehrheit einem sich als basisdemokratisch verstehenden Verband, wie es die Ultras ja meist sind, angehört?

Oder eben angenommen, der Fall läge andersherum, und die Ultras als solche wären gar für diese Aktion verantwortlich, oder nochmal abgeschwächt, die Aktion war als durchaus harmlose Pyroshow geplant und einzelne sind aus der Reihe getanzt, dann möchte ich diese Frage 2b) stellen:

2) Wie lässt es sich vereinbaren, einerseits mit einer unfassbaren Vehemenz und einer Boykottbereitschaft gegen verschärfte Kontrollen am Einlass zu wettern, wenn man anderseits alles erdenkliche zu tun scheint, um verbotene Dinge in die Gästeblöcke zu schmuggeln, um diese dann zu präsentieren?

Ich bin da ja gar nicht so der konservative Typ. Ich bin auch dafür, dass man nicht so scharf kontrolliert werden sollte, dass man sich vermummen können sollte, wenn man nicht gesehen werden möchte und dass man in eigener Verantwortung mit Feuerwerk umgehen können sollte. Nur leider sind es immer wieder – und da rede ich jetzt weder im speziellen von Ultras oder überhaupt von Fussball, sondern ganz allgemein von allen Lebenslagen – genau solche Idioten, die uns jede mögliche Freiheit rauben, in dem sie diese Grenzen für vollkommen sinnfreie Kleinkriege überschreiten. Nochmal: Ich finde es richtig für mehr Freiheit und Selbstbestimmung zu kämpfen, und dafür auch immer wieder besagte Grenzen zu überschreiten. Aber über die Indiskutabilität einer solchen Aktion braucht man wohl keine Worte zu verlieren, oder? Deshalb schließe ich noch gerne eine letzte Frage an:

3) Warum, scheisse nochmal?

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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