Et muss!

Während einem großen Teil der Anhängerschaft noch von der anschaulichen Demonstration Schalker Demokratie die Knie zittern, grummelt vielen anderen nach einem Tag am Telefonhörer, dessen größtmöglicher Erfolg wohl darin bestehen konnte, nach Stundenlangem Warteschleifenspaß 04 Kärtchen für Spiele gegen Mannschaften, die auf -burg enden, zu ergattern, der Bauch. Die Stimmung ist angekratzt, aber trotzdem gibt es etwas Zuversicht. Nämlich im für Viele dann doch Substanziellen: Dem Sportlichen.

Es sind verschiedene Faktoren, die diese Zuversicht schaffen. Zum einen kann ich mich gerade nicht erinnern, wann wir zum letzten Mal zum Trainingsbeginn einen solch kompletten Kader hatten. Die Einkaufsliste wurde offenbar rechtzeitig angegangen, und man scheint nicht, wie in den letzten Jahren, den letzten Tag des Transferfensters abwarten zu wollen bzw. zu müssen. Zum Anderen ist es natürlich auch vor allem die Art der Einkäufe. Junge sogenannte Super-Talente und gestandene Spieler, die zwar erfahren sind, aber den Hunger noch nicht verloren haben dürften.

Hinzu kommt, dass man auch auf dem Trainerposten eine vorerst für alle zufriedenstellende Lösung gefunden haben dürfte: Die Erfahrung, die so mancher ja als Kellers großes Defizit ansieht, holt man sich nun in Form eines Co-Trainers ins Team. Ein zumindest im Ansatz genialer Schachzug, der sich hoffentlich bald vollständig als ein Solcher entpuppen wird. Denn Kellers Fähigkeiten müssen vielleicht nicht unbedingt unbestritten, sollten aber dennoch auf keinen Fall voreilig bestritten sein. Und an seiner Wirkung scheint er ebenfalls erfolgreich gearbeitet zu haben. Wo immer er momentan auftritt, hinterlässt er vor allem Eindruck. Und zwar Positiven.

Schalke hat nun einen sehr gut durchgemischten Kader: Junge Spieler mit unglaublich viel Erfahrung, noch Jüngere mit Wahnsinnstalent und Gestandene, von denen einige in der Lage wären, sich den Weltklassestatus anzueignen. Klar, auf der ein oder anderen Position, wünscht sich der ein oder andere Fan, sicher noch den ein oder anderen Spieler, aber in der Summe sind wir doch recht gut besetzt.

Als Fazit bleibt der vorsichtige Satz: Sollten wir vom Verletzungspech weitestgehend verschont bleiben und mit den jungen Spielern geduldig sein, können wir schon in dieser Saison eine sehr gute Rolle spielen, die sich, fährt man diese Linie mit der nötigen Konsequenz weiter, ohne beispielsweise wieder plötzlich wieder Stars präsentieren zu wollen um – böse gesagt –  andere Unzulänglichkeiten zu kaschieren, in den kommenden Jahren zu „überragend“ entwickeln könnte.

Ich freue mich auf eine neue Saison. Mit all den Jeffs, Hunters, Draxlers, dem jungen Gemüse, uns und vor allem euch.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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