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Jeder kennt es. Das Wort. Jeder hat schon einmal vertraut. Jedem wurde mit Sicherheit schon einmal vertraut. Vielen wurde ihr Vertrauen belohnt, manchen wurde es gebrochen.

Es bedeutet auf Etwas bauen, in Jemanden sein Vertrauen setzen. Sich auf etwas verlassen, ohne selbst einzugreifen. Selbstvertrauen hingegen aktiviert den Glauben in die eigene Stärke, das eigene Können. Es gibt aber Dinge im Leben auf die wir keinen Einfluss haben.

Es ist die subjektive Überzeugung von Wahrheit. Man kann Vertrauen nur verschenken – bestenfalls an andere – die sich dieses erarbeitet haben. Natürlich vertraut man auch blind, weil man muss, aus Liebe oder weil man es nicht besser gewusst hat.

Vertrauen tritt meist in unsicheren Situationen auf. Solange Glaube oder Hoffnung besteht, vertraut man. Der eine verschenkt sein Vertrauen schneller, andere sind wiederum skeptischer, schwerer zu überzeugen. Es gibt auch Leute, die nur sich selbst vertrauen, was sehr schade ist.

Man vertraut seinem besten Freund ein Geheimnis an, in der Hoffnung, dass er es für sich behält. Seiner Frau vertraut man, dass Sie das Eheversprechen einhält. Banken und Versicherungen werben um unser Vertrauen. Wir hoffen, dass unser Geld sicher angelegt ist oder dass wir im Schadensfall auch die versprochene Entschädigung erhalten.
Millionen Menschen vertrauen auf Gott.

Einem Fußballverein – beziehungsweise den handelnden Personen – zu vertrauen, erscheint nach nüchterner Betrachtung schwer. Man kennt diese Leute ja eigentlich nicht. Man vertraut darauf, dass die Verantwortlichen ihr Bestes geben, loyal sind und im Sinne des großen Ganzen handeln, was natürlich die Seele des Vereins – die Fans – mit einschließt.

Gerade wenn es nicht gut läuft und die Leistungen des Herzensvereins unter den eigenen Erwartungen liegt, versucht man automatisch einen oder mehrere Schuldige auszumachen. „Wer ist Schuld an der Krise?“, „Ist der Trainer der Richtige?“, „Sollte der gesamte Vorstand das Amt niederlegen?“ sind nur einige aktuelle Beispiele.

Ich unterstelle mir einmal selbst, dass ich leicht Vertrauen schenke. Sobald mir Menschen etwas versprechen, gehe ich davon aus, dass dieses auch gehalten wird. Ich bin Optimist. Einige in meinem Umfeld meinen, ich sei zu leichtgläubig. Dabei versuche ich nur das Gute im Menschen zu sehen. „So wie ich es machen würde“. Ich unterstelle jedem einen guten Hintergedanken. Nennt mich naiv. Ich bin gerne so.

Auch den handelnden Personen auf Schalke unterstelle ich die besten Absichten. Ich weiß nicht, was sie denken, was sie gerade tun, und habe niemals mit Horst Heldt, Clemens Tönnies oder Peter Peters ein Wort gewechselt. Trotzdem will ich Vertauen schenken. Sie lieben den Verein mindestens genauso sehr wie ich.

Das reicht mir.

Sebastian

Sebastian

Fakten:
Schlagstockbeauftragter | Jahrgang '86 | Wohnhaft in Castrop-Rauxel | Drummer | Meistens auf'm Schlauch | Große Fresse | #fcknzs
Sebastian

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