Wir bilden dich. KW 43 – Ärger vermeiden

Nach einer bildungsfreien Ferienwoche möchten wir uns nun mitsamt unserem Bildungsauftrag und einem aktuellen Thema zurück melden: Sicherheit. Denn wer bitte möchte sich noch nach den Erfahrungen vom letzten Wochenende bei einem Fußballspiel in Sicherheit wähnen? Zwar wissen die Politiker was Sache ist (genial, wie man in einem Satz sagen kann, dass da keine Fans, sondern Straftäter am Werk seien, gleichzeitig aber die Vereine und nicht die Staatsgewalt in der Pflicht sieht, das Problem zu lösen.), aber gute Lösungen brauchen Zeit und am besten schützt man sich doch selbst. Das Web 0.4 verrät wie.

Wir bilden dich. KW 43 – Ärger vermeiden

1) Die Polizei

Es ist nicht schwierig, Konfrontationen mit der Polizei aus dem Weg zu gehen. Vor allem auf den Hin- und Rückfahrten. Tauschen sie den teuer im Fanshop erstandenen Schalke-Schal gegen ein Armani-Karo-Modell vom Flohmarkt, trinken sie Bier nur in geschlossenen Räumen, und schütteln sie entgeistert den  Kopf, wenn neben ihnen jemand anfängt, laut zu singen. Grüßen sie jeden Polizisten (nicht aber mit Handschlag oder Schulterklopfen), fragen sie sie höflich nach dem Weg, auch wenn sie ihn kennen, und begegnen sie ihnen mit solidarischen Worten („Na, ihr armen Jungs & Mädels, wieder lange Schicht? Scheiß Fußball“). Sollten sie dennoch mal versehentlich in einen Knüppel laufen, entschuldigen sie sich umgehend, sowohl direkt bei dem Beamten als auch später schriftlich durch ihren Anwalt.

2) Die gegnerischen Fans

Suchen Sie auch hier das Gespräch. Gehen Sie offensiv auf die gegnerischen Fans zu und sagen Sie, dass man Ihr Team für besser hält und ja eh nur den eigenen Waschlappen beim Versagen zuschaut, weil man eben in Wanne-Eickel geboren wurde. Kann man sich ja nicht aussuchen. Diese Gespräche können Sie nur umgehen, wenn sie sich gleich ein Trikot der gegenerischen Mannschaft überstreifen, beachten sie dann aber unbedingt Punkt 3. Oh, der wird Ihnen auch nicht helfen.

3) Die eigenen Fans

Auch vor den eigenen Fans ist man nicht immer sicher. Verläuft die Anreise zwischen den gleichgesinnten oft reibungslos, befindet man sich spätestens in der Kurve in einer Anarchiewolke, in der der Wachdienst Bremen das einzige Gesetz ist. Man könnte es Anarchie nennen. Seien sie also auf Ärger gefasst, zum Beispiel, wenn sie jemanden anrempeln, der gerade 30 Becher Bier in einer Hand die 1904 Stufen runter trägt. Da hilft nur, sich frühzeitig Respekt in der Kurve zu verschaffen. Pöbeln sie. Schreien sie homophobe, rassistische und schlicht dumme Kommentare durch die Turnhalle. Sollte ihr kleines Köpfchen keine solchen hergeben, stimmen sie einfach in das gepöbel einer anderen Respektperson ein (gerade im oberen Kurvenbereich sollte sich in einem Abstand von höchstens zehn Metern ein solcher befinden, je höher, desto dichter). Dabei reicht es, die markantesten Worte zu wiederholen. Sie werden nie wieder Probleme haben. Wirklich!
Beispiel: Horst, 40, Kranführer, ruft: „Maaaatiiiiip, du Schwuchtel, bring doch mal einen Pass an den Mann“, dann rufen sie nochmal laut: „Schwuuuuuuchtel!“. Das ist ganz einfach, wirklich!

4) Die Universallösung

Kommen Ihnen die Punkte 1-3 zu kompliziert vor, gibt es eine andere Lösung, die sie von jeglichen Problemen in der Öffentlichkeit fernhält: Bleiben sie zu Hause. Abonnieren sie Sky oder schauen sie die Sportschau und warten sie ab, bis DFB und DFL endlich ein Sicherheitskonzept erarbeitet haben, welches ihnen ein munteres, ungefährliches Fußball-Event ermöglicht. Lesen Sie hierzu in einer der nächsten Wochen: „Wie werde ich Samstags Nachmittags meine Frau los?“ (Der Grund warum hier – trotz größtmöglichem Druck der Damenlobby (drohhhender Liebesentzug) – nicht steht „Wie werde ich Samstags Nachmittags meinen Mann und meine Kinder los“ ist ganz simpel: Schicken Sie sie einfach ins Stadion!)

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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