Wir bilden dich KW 40 – Richtig Pfeifen ohne Finger

Da mir keine Ex-Torhüter einfallen, die nun für Montepellier spielen, werden wir wohl morgen wieder die eigene Mannschaft auspfeifen müssen. Und da trotz unserer „großen Kabine“, wie uns Fred, der letzte fähige Trainer auf Schalke, zu sagen pflegte, auch morgen Abend wieder garantiert 5 bis 6 Flaschen auf dem Feld in königsblau auflaufen werden, sollte es kein Problem sein, sich ein Opfer auszugucken. Nur, was tun, wenn man gar nicht pfeifen kann? Das Web 0.4 hilft!

Es gibt viele Arten zu pfeifen, doch sie kennen das: Auf dem Gang zum Sitz nochmal herrlich am Bund der Jogging-Hose vorbei am Sack gekratzt, schon schmecken die Finger nach Werder Bremen. Ist dann auch noch das Bier leer, so dass eine palmoliveske Spülung ausfallen muss, ist es zumindest bei Nicht-Freitagsspielen ratsam, beim Pfeifen auf den Fingergebrauch zu verzichten. Deshalb konzentrieren wir uns auch auf diese Form der Unmutsäußerung.

Wir bilden dich KW 40 - Richtig Pfeifen ohne Finger

Zu Beginn stellen sie sich aufrecht hin. Denn das sollten sie auch im Stadion – trotz Sitzplatz – tun, um ihrem Ärger noch mehr Ausdruck zu verleihen. Atmen sie jetzt ein paar in den Unterbauch hinein. Dies sollten sie auch nach dem Einlauf der Mannschaft direkt tun; Vorbereitung ist alles! Leute, die sie schon in dieser Phase zum Hinsetzen auffordern, entgegnen sie am besten mit Ignoranz oder einer gezielten Kopfnuss. Sollte ihnen bei der Atemübung schwindelig werden, setzen sie sich kurz, lassen Sie es aber niemals so aussehen, als würden sie es wegen der Aufforderung der Leute hinter Ihnen tun.

Formen sie jetzt einen Kussmund mit etwa 5 mm vorgeschobener Oberlippe. Entspannen sie dann wieder ihr Gesicht und wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals. Dies können sie zu Hause vor dem Spiegel üben. Im Stadion bietet es sich an, für diese Übung die Gattin im Schlepptau zu haben. Diese kann dann auch schon mal Bier für den nächsten Schritt besorgen, während Sie weiter an Ihrer Atemtechnik feilen.

Befeuchten Sie nun ihre Lippen mit etwas Bier – Zu Hause geht das auch mit Ihrem (oder ihrem) Speichel oder Whisky Cola – atmen Sie ein und durch den gespitzten Mund wieder aus. Eventuell lässt sich nun schon ein leiser Grundton hören. Im Stadion können Sie das am besten in Situationen machen, in denen ein guter Techniker – also meist ein Spieler des Gegners – den Ball hat. Dann sieht es so aus, als wäre es ein anerkennender Pfiff.

Wichtig ist – anders als beim Flöten – nicht zu viel Druck aufzubauen. Auch ein ordentlicher Pfiff – wie ihn zum Beispiel ein Abwurf ins Aus verdient hat – braucht nur wenig Druck. Die Tonhöhe indes steuern sie mit der Zunge, nicht mit Lauten.  Jetzt müssen Sie nur noch die Mund- und Kieferstellung variieren, bis der Ton perfekt wird. Klasse. Versuchen sie doch einmal, den „Mythos“ zu pfeifen…

Vielen Dank an Matthias für die Idee zum Thema.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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