Klebeband. Ich brauche Klebeband.

An Atze hat es nicht gelegen! Er hat alles gegeben! Auch Sebastian, der auf der Autobahn sein Leben riskierte um sich und mir eine pünktliche Anwesenheit im Block zu gewährleisten, war wohl kaum Schuld. Nicht mal die Leute, die scheinbar so wenig in Ihrem Leben haben, dass sie immer noch eine so ungeheuerliche Wut auf den Ex-Torwarts ihres Verein haben, will ich verantwortlich machen.

Und da meine ich keine Hurensohn-Plakate, sondern Leute, deren Halsschlagadern anschwellen, wenn Neuer den Ball hat. Ich meine die, die hochrot anlaufen. Die, wo man gerade wirklich das Gefühl hat, jemand hätte vor ihren Augen ihrer Mutter ins Gesicht gespuckt. Bin ich Event-Fan, weil ich diesen Hass nicht teilen kann? Weil mir dieser Typ mittlerweile genauso egal ist, wie die 10 Hansel im roten Trikot da unten? Sind nämlich alles Arschlöcher! Und dass der vermeintliche Judas nicht vor Furcht zittert, sondern – so könnte man das bei drei 2:0-Siegen in Folge zumindest deuten – nur erstarkt, könnte auch zu meinem Fazit beitragen: Einfach mal die Schnauze halten!

Nicht mal unserer Mannschaft kann ich, was das Spielgeschehen angeht, einen richtigen Vorwurf machen. Man hat in der ersten Halbzeit gut mitgehalten und war in den letzten Minuten sogar überlegen. Fehlte dir respektive Jule dann nicht das Glück, würde man führen und könnte das Spiel in der zweiten Halbzeit kontrollierter angehen. Doch in dieser nutzt Bayern eben seine Erfahrung und zusammengewürfelte Klasse und macht ein brutal gut kombiniertes 1:0. Schalke ist geschockt, kriegt das 2:0, und danach gar nichts mehr gebacken. Auch Afellay und Barnetta stechen nicht. Gerade Afellay sollte aber mehr zeigen, vor allem wenn er – will man den holländischen Medien glauben schenken – einen Stammplatz einfordert. Auch ihm würde ich ihm am Liebsten einen guten Tipp mit auf dem Weg geben. Er steht aber noch unter Welpenschutz.

Ich hoffe, dass die Mannschaft lernt. Denn jährlich grüßt das Murmeltier. Immer wieder frage ich mich, was eine so bescheuerte Kommunikation vor dem Spiel zu suchen hat. Das Thema hatten wir auch letzte und vorletzte Saison, und Schalke muss immer erst 3 mal aufs Maul fallen, bis auch die Herren Holtby & Co. verstanden haben, dass man vielleicht mal leisere Töne anschlagen sollte. Gerade, wenn es gegen die Bayern geht. Und wenn ihr meint, so kommunizieren zu müssen, dann tragt es bitte auch auf den Platz. Und zwar über die volle Distanz. Wir sind der FC Schalke. Wir werden die Liga nicht anführen. Alles was wir tun können ist kleine Brötchen backen und auf eine Chance lauern. Und sie dann vielleicht auch mal nutzen. Das ist allemal besser, als zum x-ten mal zu versuchen, sie herbeizureden. Auch da gilt: Schnauze!

Morgen geht es schon weiter. Heimspiel gegen Mainz. Und ich wette, dass heute noch ein, zwei Interviews über den offiziellen Kanal kommen, in denen man den Gegner stark redet. Verrückt, oder?

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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