Im Zoo & Noch’n Gedicht

Das Web 0.4 ist ein Pool der Gastfreundschaft. Häufig beleidigen wir unsere Leser erst nach dem fünften Kommentar. So kommt es nicht selten vor, dass diese uns – noch vor ihrem fünften Kommentar – ihren kreativen Output zur Verfügung stellen. Ich finde das großartig, zumal ich ja sowieso am liebsten direkt alle Menschen für das Web 0.4 in die Pflicht nehmen würde, was die misanthropisch veranlagten Mitbetreiber Strom, SLib und allen voran David aber immer wieder zu verhindern wissen. Dann mache ich eben drei Gastbeiträge die Woche, ihr Pfeifen! Keiner stoppt einen skAndy! Lesen Sie heute zwei grandiose Gedichte von Lesern Vigil & Michael. Danke dafür!

Im Zoo
Vigil

Der kleine Klaas-Jan Huntelaar
ist länger schon auf Schalke da,
doch ein bisschen tut er zicken,
er will mit großen Tieren kicken,
denn der Schalker Streichelzoo,
macht ihn auf Dauer nicht so froh.

Das süße Meerschwein Julian,
hat es ihm durchaus angetan,
auch das Kätzelein Jermaine,
hat der Hunter ziemlich gern

und streichelt er nicht grad den Ball,
kuschelt er mit Unnerstall,
auch Matip, Holtby, Papadop,
krault er gerne mal am Kopp.

Doch auf seinem Arbeitswege,
in das Streicheltiergehege,
schaut er sich gerne ab und an,
die wirklich großen Tiere an.

30 Minuten, Preisstufe A
und schon ist der Klaas-Jan da,
im Tierpark hinter dem Kanal,
doch der ist nicht erste Wahl,
denn vom Wohnort Angerlo,
ist´s nicht weit zu Burger´s Zoo.

Da schaut er sich das Nashorn an
und den Tiger dann und wann
und denkt sich dann, wie schön es wär,
hätt´ er zumindest einen Bär.

Drum sagt der Bub´ zum Onkel Heldt,
dem das nicht so gut gefällt:
„Geh in die Zoom Erlebniswelt
und kauf was Großes für dein Geld!“.

Doch der Onkel Heldt will sparen
und das schöne Geld bewahren.
Er geht in das Transfergeschäft
und sucht was, wo er besser schläft
und findet im Genesungsgarten
einen passenden Primaten.

Klaas-Jan denkt:“Der Horst der kann´s,
der Primat spricht Nederlands!“
Das Geld bekommt der Katalan´
wo der Horst ihn leihen kann.

Richtung Champions-League Pokal,
bleibt für´n Horst hier die Moral:

Beim Hunter gibts ´nen Freudenschrei,
wenn ich mir einen Affe leih.

 

Noch’n Gedicht
Michael

Frau Oppenheim erfand noch vor dem Kriege
moderne Kunst, die niemand recht verstand.
Nur in New York besaß man zur Genüge
den Weitblick und erwarb sie kurzerhand.
Noch dieser Tags kann man sie dort bestaunen
mit angehalt’nem Atem, Seufzen oder Raunen:
die große Klasse der Pelztasse.

Ich zähl‘ nicht zu den werten Künstlertieren.
Die Musen haben andere erwählt.
Daher kann ich die Großen nur kopieren
und hoffe, dass das nicht als Diebstahl zählt:
Auf Hühnernachwuchs kommt vom Fuchs die Jacke –
du hast es schon erkannt, mein Freund, ich backe
mir eins, zwei drei: A Fell-Ey.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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