Selig sind die…

Schalke ist eine Religion. So heißt es zumindest oft. Ist ja auch naheliegend: Man bringt das ein oder andere Opfer, lebt in einer Gemeinschaft, kommt am Wochenende zusammen und singt Loblieder, fleht und dankt, und behandelt die Spieler nicht selten wie Propheten. Gut, ich kenne gerade zwar keine andere Religion, in der man den Propheten auch schon mal „Jetzt schieß doch, du Arsch“ hinterherruft, aber das machen ja auch nur schwarze Schafe. Und die gibt es bekanntlich überall.

Doch mehr noch als die oben genannten Punkte gehört zu einer Religion eines: Glauben. Und dieser Glaube ist im Moment mehr gefragt denn je. Am Wochenende steht mit dem noch recht einfach anmutenden Auftakt im DFB-Pokal ins Haus (Leider nicht in Unseres!) und bei einem Rückblick auf die Testspiele der Vorbereitung fällt mir immer wieder dieser eine Satz aus dem Johannes-Evangelium (20) in den Sinn: „Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“

Gesagt haben soll das Jesus höchstpersönlich. Und zwar dem ungläubigen Thomas, der erst seine Finger in die Wunden legen musste, um zu glauben, dass sein Gegenüber vom Tode auferstanden ist. Wer will es ihm verübeln?

Es mag sein, dass wir in fünf Wochen alle mehr wissen. Dass wir bis dahin mit 4 Siegen bester Dinge sind. Genauso könnte es auch sein, dass wir den berühmten Magath-Start „toppen“. Wer weiß das schon? Wir haben eine Top-besetzte, aber sehr junge Mannschaft, und die Konkurrenz hat teilweise mehr als das 20-fache in seinen Kader investiert. Andererseits weiß man nicht erst seit Lüdenscheids Überraschungssaison vor zwei Jahren, dass man keine Rieseninvestitionen  braucht, um Titel zu holen, sondern ein Team, einen Trainer und eine Menge Glauben.

Damit möchte ich um Kuzorras Willen nicht sagen, dass sich Schalke nun zwangsweise auf Titeljagd befindet, aber ich glaube fest daran, dass wir oben mitspielen. Doch oben wird, wie man vor allem in der letzten Saison gesehen hat, ein immer breiteres Feld. Mannschaften wie Dortmund und Bayern sind dort gesetzt, doch mit Gladbach, Stuttgart, Hannover, Wolfsburg, und auch wieder Bremen und der HSV sieht gleich eine ganze Tabellenhälfte ihre Bestrebungen ganz oben. Und da sind mögliche Überraschungen und Wiederholungstäter wie Mainz & Hoffenheim. (An dieser Stelle Grüße an Herrn Reudenbach.)

Will sagen: Ich glaube an eine gute Saison. Aber so, wie die Bundesliga aufgestellt ist, kann man mit einer guten Saison und Doppel- bzw. Dreifachbelastung eben auch Achter werden. Doch was macht das schon? Selbst dann werden wir aufstehen, uns berappeln, und weiterkämpfen. Sollen die Heiden aus der viel zu Nahen Umgebung doch wieder vor uns stehen: Wir sind der FC Schalke 04 und – wie es bei Religionen nun mal Gang und Gäbe ist – die einzigen, die im Recht sind!

Amen.

FC Schalke 04
Deutscher Meister: 1934, 1935, 1937, 1939, 1940 1942, 1958
DFB-Pokalsieger: 1937, 1972, 2001, 2002, 2011
UEFA-Pokalsieger: 1997
Meister der Herzen: 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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