Esel Elite

Das ist so unglaublich lachhaft. Doch von Beginn an: Ich unternahm am Sonntag mit meinem Bruder einen kleinen Ausflug nach Duisburg, wo der FC Twente bei einem Testspiel im Rahmen des MSV-Fanfests geladen war. Wir suchten den Auswärtsblock auf, und fanden statt supportender Ultras eine Art Familientreffen vor. Schalker und Holländer, ca. halb und halb, die friedlich tranken, sich austauschten  und viel lachten. Da der Eintritt frei war, war der Rest des Stadions frei begehbar und zur Mitte der ersten Halbzeit formierten sich eine große Gruppe MSV-Hools (oder welche Bezeichnung solche Leute jetzt auch immer haben mögen) schräg über dem Gästeblock. Zu diesem Zeitpunkt war noch kein Polizist in der Nähe, da die friedliche Atmosphäre keinen Anlass dazu gab.

Sie gaben „Schwule Holländer“, „Zigeunerpack“ und dergleichen einfallsreichen Output zum Besten, sparten nicht mit Drohgebärden und ließen uns mittels lustiger Gestik von Ihrer Tötungsabsicht wissen. Es waren Holländer, die anfingen „Schalke 04“ zu singen, natürlich stiegen auch die Schalker ein. Die Polizei ließ mit Hilfe von Mittelsmännern den Block von den Duisburgern befreien. Als sich jedoch Duisburger Hools von außen vor dem Block postierten, stürmten auch die Enschede Fans in diese Richtung. Der Zaun, die Ordner und die Polizei verhinderten aber ein Zusammentreffen der Gruppen, so dass alle zurück kehrten und friedlich weiter tranken. Eine Durchsage des Twente-Stadionsprechers rief zur Ordnung auf. Auf holländisch. Kein Wort in Richtung der Duisburg-„Fans“. Später erfuhr ich, dass man schon am Bahnhof aneinander geraten sein soll. Das ändert aber nichts an der friedlichen Stimmung der Gelsenkirchener und Enscheder Fans im und am Stadion.

Nun im Nachhinein im Revier Sport-Ticker solche Dinge zu lesen, treibt mir die Zörnesröte ins Gesicht:

Die Twente Fans versuchen die Duisburger Anhänger zu provozieren. Sie skandieren für den S04, dem sie wegen ihrer Fanfreundschaft gut gesonnen sind. Aus dem Duisburg-Block schallt postwendend die Antwort: „Scheiße 04“.

Auf dem Rasen passiert momentan eh nicht viel. Dementsprechend schauen die Twente-Fans sich lieber die Fans an, die von der Polizei und dem Ordnungsdienst aus dem Stadion begleitet werden. Vorgefallen ist jedoch noch Nichts. Wollen wir hoffen, dass das so bleibt. Dem scheint aber nicht so, denn auch die ersten Holländer verlassen den Block.

Mittlerweile ist beinahe der gesamte holländische Block leer. Da scheinen einige Anhänger nicht wegen des Fußballspiels angereist zu sein.

Selbst ein Vereinsoffizieller von Twente meldet sich via Lautsprecher zu Wort und bittet seine Anhänger den Klub auf eine positive Art zu unterstützen. Hier scheint also einiges im Busch zu sein

Weiter:

Bereits heute Mittag hat es am Duisburger Bahnhof „gescheppert“. Twente-Fans, die von Schalkern unterstützt wurden, machten Jagd auf Duisburger-Anhänger.Rund ums Stadion gab es bislang Gott sei Dank nur „Joggingeinheiten“. Trotzdem ist solch ein Verhalten von so genannte „Fans“ nicht tragbar. Erbärmlich, dass solche Leute mittlerweile schon Familientage von Fußballvereinen für ihr pöbelhaftes Verhalten nutzen.

Einfach undifferenziert & arm, „Pinnow“!

Anm.: Da es sich bei dem zitierten Ticker um einen User-Ticker handelt, für den Revier Sport nur die Plattform stellt – in diesem Falle wohl von einem freien Mitarbeiter verfasst – habe ich einige Stellen im Text und die Überschrift geändert. Weniger wütend macht mich das aber nicht, deshalb möchte ich den Text als kleine Gegendarstellung hier auch gerne stehen lassen.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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