Lieber Lewis,

zuerst einmal die schlechte Nachricht. Ich bin kein Lewis Holtby-Fan. Das ist fast ungewöhnlich, bin ich doch der Typ, der jeden sofort in sein Herz schließt, der sich für Schalke aufreibt. All die Matips und Papas sind wie meine kleinen Brüder. Doch du, Lewis, du hast einen schweren Stand. Das Mainzer Boygroup-Gehabe könnte etwas damit zu tun haben. Dein späterer Eckfahnen-Auftritt auf Schalke hat mich mehr als peinlich berührt. Doch das nur am Rande.

Jetzt kämpfst du um „die Zehn“, freilich nicht um die Rückennummer, die hast du ja schon „geschenkt“ bekommen, sondern um den Stammplatz im zentralen Mittelfeld. Und konkurrierst mit Draxler. Einem Jungen, der mein Herz im Sturm erobert hat. Fragt man mich, so erzähle ich gerne jedem, dass ich Julian auf der Zehn sehen möchte. Ich glaube daran, dass er ein außergewöhnlicher Spieler ist, dessen Nachfolge von Özil in Madrid nur Formsache ist.

Doch Lewis: Ich bin Schalker. Und ich wäre nicht Schalker, wenn nicht jeder Spieler da unten eine realistische Chance hätte, sich einen Platz in meinem Herz zu ergattern. Ich weiß, du scheißt vermutlich auf dieses eine „Herz“, aber ich weiß, dass auch viele andere so denken wie ich, auch wenn du sicherlich schon eine große königsblaue Fanbase besitzt.

Doch was ich dir nach dem Spiel am Dienstag Abend sagen möchte, ist folgendes: Rede nicht, Kämpf! Viel mehr: Kämpf weiter, so wie du es gegen Mailand getan hast. Hol dir deinen Platz auf dem Feld und zeig dem dicken Bloggerbärchen und seinen Mitfühlern wo der Hammer hängt! Ich gönne es dir ja irgendwie!

Gruß,

skAndy

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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