Web 0.4 befragt: Tranquillo Barnetta

Web 0.4: Ich habe ab 2005 zwei Jahre lang in Deiner Heimat St.Gallen gearbeitet. Dein Onkel Heini war mein väterlicher Kollege. Schon damals habe ich ihm dazu  geraten, dass Du von der Werkself zu einem Traditionsverein wechseln solltest. Und zwar zu Schalke 04. Als ich hörte, dass Du nach all den Jahren tatsächlich zu Schalke 04 wechselst, dachte ich, Onkel Heini steckt dahinter. Vor kurzem hat er mir aber gesagt, er habe Dir zu Italien geraten, aber Du würdest ja nicht auf die Alten hören. Wie war es wirklich?

Tranquillo Barnetta: Wie schon erwähnt war mein Onkel eher für den Süden, aber ich habe mich trotzdem für Schalke entschieden, weil es ein super Verein ist.

Web 0.4: Welche Rolle spielte Hans Sarpei?

Tranquillo Barnetta: Ich hatte eine super Zeit in Leverkusen mit ihm, aber auf den Transfer hatte er keinen Einfluss!

Web 0.4: Schon eine Currywurst am Schalker Markt gegessen?

Tranquillo Barnetta: Hatte leider noch keine Zeit dazu.

Web 0.4: Wieso Tranquillo?

Tranquillo Barnetta: Italienische Tradition, mein Vater heisst so und auch mein Nonno hiess so.

Web 0.4: Erinnerst Du Dich an den Moment, in dem Du als Jugendlicher zum ersten Mal ein Dribbling machtest oder einen Pass spieltest und dachtest: „Wow, hier geht etwas?“

Tranquillo Barnetta: Nein, nicht direkt … ich tribble seit ich laufen kann :)

Web 0.4: 2004 standest Du am Anfang Deiner Profikarriere. Inzwischen dürfte Halbzeit sein. Geht es zu schnell?

Tranquillo Barnetta: Nein, überhaupt nicht, ich geniesse jeden Moment … es kann noch lange so weitergehen!

Web 0.4: Bei einem Bundesligaspiel: Bist Du da in einem kontrollierten oder emotional erregten Zustand?

Tranquillo Barnetta: Vor jedem Spiel bin ich leicht nervös, aber ich versuche, mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren.

Web 0.4: Was zeichnet einen zeitgemässen, modernen Fussballtrainer aus?

Tranquillo Barnetta: Wenn er auf die verschiedenen Charaktere der Spieler eingehen kann.

Web 0.4: Wenn Du Dich für ein grosses Fussballspiel entscheiden könntest, bei dem Du auf dem Platz stehst: Welches Stadion? Welche Mannschaften? Welche Trainer?

Tranquillo Barnetta: Veltins-Arena, Schalke vs. Leverkusen, Trainer ist egal.

Web 0.4: Was ist das Verrückteste, was Du je auf einem Fussballplatz getan hast?

Tranquillo Barnetta: Zwei Tore gegen England!

Web 0.4: Warum spielen Menschen Fussball?

Tranquillo Barnetta: Aus Spass!

Web 0.4: St.Galler Klosterbräu oder Appenzeller Quöllfrisch?

Tranquillo Barnetta: St.Galler Klosterbräu.

Web 0.4: Kölsch oder Alt?

Tranquillo Barnetta: Kölsch.

Web 0.4: Oder Veltins Pilsener?

Tranquillo Barnetta: Hatte leider auch dafür noch keine Zeit eines zu probieren.

Web 0.4: Der Ausdruck „auf Schalke“ dürfte für Dich als Deutschschweizer vertraut klingen. Im Schwyzerdütschen ist es normal, im Zusammenhang mit Ortsnamen die Präposition „auf“ zu verwenden. Beispiel: „Leider chan ich am Samschtig nöd uf St.Gallä cho go fänä.“ Oder?

Tranquillo Barnetta: Im Deutschen klingt es für mich trotzdem etwas ungewohnt.

Web 0.4: Eine Botschaft an die Schalke-Fans auf Schwyzerdütsch?

Tranquillo Barnetta: I freu mi uf eu!

Besten Dank an Heini für die Vermittlerdienste und an Quillo, dass er sich in dieser stressigen Phase die Zeit genommen hat, neben den grossen Medien auch uns zu bedienen!