Wohlfühlverein

3 Siege in 3 Spielen. Wir sind wieder Wer.  Nachdem die Kleinkaliber der Sponsorenauswahl, Sonnenhof-Großaspach und Villingen an die Wand gespielt wurden warten nun große Namen wie AC Mailand und Udinese Calcio. Wo bleibt denn da die Ironie? Gibt’s nicht!

Während der TV-Kommentator des gestrigen Abends nicht oft genug erzählen konnte, welch Wohlfühlstadt bzw. welch Wohlfühlverein Villingen ist***, hatte ich diesen Gedanken in Bezug auf Schalke. Mit nur ein bisschen Ironie. Was aber vor allem die Verlängerung von Farfán, die angestrebten Vertragsverlängerungen mitunter mit vermeintlichen Reservisten und die Neuverpflichtungen drücken vor allem eins aus: Wir sind wieder eine Adresse. Oder „noch“. Auch Post-Raúl.

Denn während in den letzten zwei Jahren jede noch so kleine Personalie an die Attraktivität des spanischen Fußballgotts geheftet wurde, sind wir trotz der Magath’schen Reformierungswut irgendwie wieder ganz wir selbst. Zwar ohne den großen Glanz, aber auch ohne den großen Druck.

Denn machen wir uns nichts vor: Der Neuer-Weggang schmerzte doch einzig und allein so sehr, weil man kein Selbstbewusstsein hatte. Weil die Fan-Seele auf dem Feld außer Neuer nicht mehr viel erahnen konnte. Jetzt spielen wir in der Champions-League. Ohne Neuer. Und zwar unter anderem durch, aber auch ohne Raúl. Letzteren kann man im Übrigen angesichts der hier herrschenden Sommertemperaturen nur zu seiner rechtzeitigen Flucht in die Sonne beglückwünschen.

Nichtsdestotrotz: Ich habe das Gefühl, dass wir wieder ein Gesicht erhalten. Eben nicht das von Magath und nicht das vom großen Raúl. Wir sind einfach wieder Schalke.

Und wenn dem so ist, ist es mir scheißegal, ob wir in der Gruppenphase ausscheiden, ob wir als 2., 5. oder 9. die Saison beenden, ob die Schwachgelben vor oder hinter uns stehen. Wenn man einen Kader hat, den man an 4 Händen abzählen kann, und wenn man die Mannschaft auf dem Platz nicht nur bewundern, sondern verstehen kann, dann ist das mehr wert als jeder Titel.

Damit will ich natürlich nicht sagen, dass mir diese Identifikation gänzlich gefehlt hätte, aber ein wenig gestört war sie sicherlich. Nun freue ich mich auf die Draxlers, Hofmanns und Matips eben so wie auf die Barnettas, Farfáns und Uchidas.

Ich hoffe, dass mein Schalke wieder ein uneingeschränkter Wohlfühlverein wird…

*** lediglich der „Fakt“, dass Jurado nie auf Schalke gelandet ist, war ihm noch ein, zwei Erwähnungen mehr wert…

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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