Ääääähm!

Ich blogge nicht! Weder analog noch digital. Und das war so nicht mal geplant.

Ich habe ein gespanntes Verhältnis zu Deutschland. Ich lebe hier und sehe demütig dem Fakt entgegen, dass es friedlicher irgendwo kaum sein könnte. Ich mag Frieden. Trotz  dieser Demut bin ich so ziemlich das Gegenteil von Stolz. Doch auch das hat mich bei einigen vergangenen Turnieren nicht davon abgehalten, mit dem deutschen Team zu fiebern. Es gab nur wenige Ausnahmen.

Schon vor der WM in Südafrika überkam mich dieses Gefühl der völligen Gleichgültigkeit. Last-Minute-Neuer und überzeugender Fußball fesselten mich später dennoch. Dieses Jahr ist alles anders. Neuer ist nicht mehr Neuer, Gomez aber immer noch Gomez und Höwedes nicht mal Joker. Der deutsche Fußball ist so „…“ und einzig Löw fasziniert mich.

Während der Rückrunde war ich mir klar, dass ich mit Huntelaar und seinen orangen Freunden fiebern werde. Dies scheiterte nicht erst am kläglichen Ausscheiden derer nach der Vorrunde, sondern an meiner Enttäuschung über den Nichteinsatz des Wunderstürmers in den ersten 70 Minuten des ersten Spiels.

Dann eben Papa. Waaaaaaas? Der spielt auch nicht? Doch schon als ich den Vorschlaghammer aus der Gartenlaube geholt hatte und ausholend vor dem Fernseher stand, stand der richtige Papa wieder auf dem Platz. Doch noch eine gute EM?

Nein! Die Inszenierung dieser geht mir dermaßen auf den Senkel, dass ich es nicht schaffe, mich fallen zu lassen. Und ich hasse es. Da ist ein mal in zwei Jahren ein solches Turnier, und ich kann es nicht genießen. Nicht, dass ich nicht fast jedes Spiel gesehen hätte (Ausgerechnet die Papa-Show am dritten Spieltag fehlt in meiner Liste!), aber es kickt nicht.

Die Überregelung der Gruppenphase tat ihr übriges. Da geht es nicht mehr um sportlichen Wettbewerb sondern um künstlich erzeugte Spannung, damit alle Teams sich bis zu letzt anstrengen müssen. Einschaltquoten und so.

Vielleicht packt mich ja die K.O. Runde mit ihren viel versprechenden Begegnungen. Doch alles in allem bin ich froh, wenn der Spuk vorbei ist (Für Deutschland vielleicht ja sogar eher als für Papa) und die Saison wieder zu beginnen droht.

Fußball ist halt nicht Fußball.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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