Ein wunderbar grausames Wochenende

Ich habe Kinder. Und das ist gut so. Ich habe mich – wofür mich der ein oder andere belächeln mag – früh damit abgefunden, dass Unternehmungen mit meinen Kindern wichtiger sind als Stadionbesuche. Wenn jedoch die Verabschiedung Raúls am letzten Heimspiel der Saison ansteht, und man abends auf der Gästeliste einer Fan-Party mit (und Dank) Joel Hong steht, geht das nicht ohne Zähneknirschen von Statten. Einen ernsthaften Versuch dies zu ändern habe ich dennoch nicht unternommen. Mein väterlicher Kodex wollte in Ehre gehalten werden.

Was ich mir nicht nehmen lassen wollte: Das Spiel im TV anzusehen. Das geht gut, wenn man früh morgens loszieht, mit grünem Ziel und Picknickkorb, und die Kinder derart auspowert, dass sie just um 15 Uhr eine Pause brauchen, um gegen abend nochmal einen Spielplatz aufzusuchen. Das Konzept ist erprobt.

Ziel war diesmal ein Park in Wanne-Eickel. Ganz in der Nähe der Mondpalast Arena, in der sich unsere Zweite währenddessen wohl etwas unglücklich von Rot-Weiß Essen besiegen ließ. Dcoh egal, kurzum: Um 15 Uhr waren wir zu Hause. Fernseher an; Bild Schwarz. So schwarz wie schon am Wochenende zuvor. Und nicht nur Bundesliga Total wollte nicht funktionieren. Auch Telefon, Internet und somit das IP-TV Angebot streikten gänzlich. Ich wusste sofort was los war, denn wie erwähnt hat mir eine Kabelunterbrechung vor dem Haus auch schon das letzte Wochenende verhagelt. Dieses zweite technikfreie Wochenende hatte ich, wie sich am Montag morgen herausstellte, dem Techniker zu verdanken, der den Fehler in der Woche zuvor behob. Er schaltete mich auf eine falsche Baugruppe.

Sei es wie es sei. Ich verfolgte das Spiel nur neben unzähligen furchtbar wutgeladenen Telefonaten bei den Telekomhotlines nur am Radio. Die Wut, die das erneut genommene Spiel da in mir ausgelöst hat, hat mich fast selbst beängstigt. Besänftigt hat mich ein wenig der dritte Platz und das Raúl-Tor, auch wenn es ich mich gleichzeitig wiederum wütend gemacht hat, dass ich es nicht sehen konnte, obwohl ich eine Menge Geld dafür bezahle.

Ich weiß: dieser Artikel ist wahrlich nicht sehr inhaltvoll und interessant, möchte aber als Entschuldigung verstanden werden, dass das Web 0.4 in den letzten zwei Wochen von mir derart verwaist worden ist, wobei Freund SLib sich ja glücklicherweise die Zeit genommen hat…

Ab jetzt aber wieder mehr von skAndy…

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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