Steile These nach dem Derby

Seit ein paar Wochen veröffentlicht Phil vom Blog Turnhallengeruch vor den Spielen mehr oder weniger regelmäßig die „Steile These“ Meist sind es Auszüge aus den Spielerinterviews der Vorberichterstattung. Das Konzept klauen wir doch gerne mal. Nur eben nicht vor dem Spiel, sondern nachher, und auch nicht von einem Spieler, sondern von Dirk Oberschulte-Beckmann aka Quatscher 04. Diese These veröffentlichte er auf Facebook, und sie ist weder peinlich, noch witzig, ja, eigentlich noch nicht mal steil. Aber man muss auch mal Werbung für die Bloggerkollegen machen können…

Moin Schalkers, so ein Montag nach einer Derbyniederlage ist immer ganz besonders schwer, erst recht, weil dieses äusserst intensives Spiel durchaus auch hätte anders ausgehen können.

Mir ist das Aufstehen heute nicht schwer gefallen. Im Gegensatz zu letzten Donnerstag sogar äußerst leicht. Mein Team hat alles richtig gemacht, und ich bin stolz und vor allem zuversichtlich, was den Rest der Saison angeht.

Ferner musste ich mir das Spiel auf Grund der akuten Gegebenheiten öffentlich auf neutralem Terrain anschauen. Wobei neutral in diesem Fall bedeutete, dass ca. 80% der Anwesenden Schwarz-Gelb trugen. Vor dem Anpfiff malte ich mir – im Falle einer Niederlage – einen Spießrutenlauf aus. Dieser blieb aus. Zwar feierte man als Fan als Fan des Derbysiegers ausgiebig, zollte seinem Gegner aber eine Menge Respekt. Zu Recht. So verließ auch ich erhobenen Hauptes und sogar ein wenig Stolz die Lokalität. Schade um die Punkte, aber wir waren mindestens Gleichwertig.

Was nicht schade ist: Dass die Saison noch nicht vorbei ist. Jetzt geht allenorts das „Mimimi“ los, weil wir nur noch einen Punkt Vorsprung haben. Mensch: Wir haben einen Punkt Vorsprung!  Am 25. Spieltag lagen wir noch drei zurück. Natürlich wird das kein Selbstläufer. Aber gerade das ist doch gut. Wir werden noch drei spannende Spiele vor der Brust haben…

Unsere Gegner heißen Augsburg, Berlin und Bremen und für alle drei geht es noch um etwas. Während die nächsten beiden Gegner den (direkten) Abstieg abwenden müssen, versucht Bremen sicherlich noch bis zum letzten Spieltag den 7. Platz zu erreichen.

Gladbach hingegen darf am kommenden Wochenende vermutlich die Meisterfeier von Dortmund einläuten (oder ihn nach Kaiserslautern verschieben) und empfängt danach Augsburg, die sich gegen Schalke hoffentlich nicht gerettet haben werden. Am letzten Spieltag geht es dann nach Mainz. Für die wird es zwar um nichts mehr gehen, ein Spaziergang wird aber auch sicher das nicht.

Ein leichtes Restprogramm hat keine der beiden Mannschaften, zumal es so etwas meines Erachtens gar nicht gibt. Es bleibt bis zur letzten Minute spannend, und ich wüsste nicht, was daran schlecht sein soll.

Wenn wir am Ende nur Vierter sind, dann, weil Gladbach eine riesige Saison gespielt hat. Das wäre mies, aber hinnehmbar. Dann wäre die Saisonplanung & Vertragsverhandlungen deutlich schwieriger. Aber so geht das im Fußball.

Noch 3 Spiele. Im Wochentakt. Das sollte doch schon fast Entspannung sein. Und gerade deswegen! Denn nicht, dass wir in der Quali noch nach Spanien müssen…

Also Arsch hoch, Zähne zusammenbeißen und raushauen, was der Körper hergibt. Für einen ordentlichen Saisonabschluss. Für die direkte Champions-League-Qualifikation. Für uns!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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