Julian „Caesar“ – der mit den 04 Namenstagen

„Ein Name ist nichts Geringes!“ Der das sagte, ist kein Geringer, sondern der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe.

Julian also. Rasch ein historischer Rückblick: Der Draxlersche Vorname geht auf den ursprünglich von „Julius“ abgeleiteten Beinamen „Julianus“ zurück. Julian stammt also aus dem altrömischen Geschlecht der Julier (bedeutet aber auch flaumig zum Beispiel bezüglich des Bartwuchses).

Und nun zur Statistik: Der Vorname tauchte erstmals Ende der 1960er Jahre in den brav geführten Liste deutscher Standesämter vermehrt auf und schaffte es 2007 zum ersten Mal in die TOP 10 der beliebtesten deutschen Vornamen. Im Julianischen Geburtsjahr (Erinnerungsstütze: es war 1993) landete der Vorname des Youngsters auf dem 22. Platz.

In Deutschland gibt es mit 19 Prozent die meisten Julians in Baden-Württemberg, dann folgt mit 16 Prozent auch schon die Heimat des Auserwählten. Das Saarland, Bremen und Sachsen-Anhalt liegen mit je 0,7 Prozent Julians dann doch in diasporischen Bereich.

Und noch fix die Namenstage, derer es gleich 04 (!!!!) gibt: Da hätten wir den 9. und den 27. Januar, den 9. Februar und den 8. März.

Berühmte Namensvettern: Da wäre natürlich der wohl bekannteste Julian: „Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam, qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.“ Diese Worte stammen (Ghostwriter mal ausgeschlossen) von Gaius Julius Caesar, römischer Feldherr und Imperator, der mit „Alea iacta est“ und der Überschreitung des Rubikon auch noch ein andere Spuren hinterlassen hat. Vergessen wir an dieser Stelle nicht den Julianischen Kalender, der zwar nicht mehr überall gilt, aber dennoch eine gewisse Bekanntheit in der Bevölkerung hat.

Dann aber kamen bis auf ein paar Heilige und Märtyrer, ein paar Usurpatoren und andere vergessenswürdige Gestalten der Geschichte kaum noch interessante Julians. Sir Julian Sorell Huxley unterbrach diese Reihe endlich mit seiner Geburt im Jahre des Herrn 1887. Der Bruder des Schriftstellers Aldous Huxley war er maßgeblich am Fortschritt der Verhaltensforschung bei Tieren beteiligt. Seetaucher und Reiher (nicht reihern) pflasterten seinen Weg.

Weiter geht es mit (John Charles) Julian Lennon, dem ersten Sohn von Beatle John Lennon. Über die Erfolge des Sohnes mag man geteilter Meinung sein, aber er ist immerhin der Sohn eines Beatles. Das muss reichen!

Wir hätten dann noch den ehrenwerten Julian Seymour Schwinger, seines Zeichens Physik-Nobelpreisträger für die „grundlegende Leistung in der Quantenelektrodynamik, mit tiefgehenden Konsequenzen für die Elementarteilchenphysik“. Wer mit dem Thema etwas anfangen kann, sollte es für sich behalten.

Julian Nida-Rümelin war von Januar 2001 bis Oktober 2002 Kulturstaatsminister in der Regierung von Kanzler Gerhard Schröder. Über seine Tätigkeit schweigt sich das Internet recht großzügig aus und auch in diesem Fall gilt: das ist wohl auch besser so.

Bleiben wir also hängen bei Julian Draxler, dem Youngster, der fast mal die Schule abgebrochen hätte und jetzt Abitur machen will. Er ist Fußball-Profi beim FC Schalke 04, Nationalspieler in diversen Jugendteams des DFB und einfach auch ein netter Kerl. Ach so: Und den Führerschein hat er ja auch mittlerweile. Ob er in 2000 Jahren noch bekannt ist auf dieser Welt (sofern es sie noch gibt) wissen wir nicht – aber für uns hat Julian Draxler schon jetzt einen deutlichen klangvolleren Namen als alle seine Namensvettern. Und: Er hat gleich 04 Namenstage! Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Sie lasen einen weiteren Gastbeitrag von Bernd (@Schalker71). Wir auch, und das freut uns!

Bernd

Gastautor und Schalke-Insider