De Eurofighter zijn terug!

Was für ein Abend. Dieses 90-Minütige Europacup-Rückspiel sorgte selbst bei den Hartgesottenen für mehr Emotionen als jeder Jeunet-Streifen es bei Lieschen Müller je könnte. Die Stimmung war am Boden, als Schalke nach dem 0:1 im Hinspiel erneut einen Gegentreffer kassieren musste. Keine 15 Minuten nach Spielbeginn. Und trotzdem wusste jeder was zu tun ist. Die Mannschaft wurde angefeuert, denn trotz der fehlenden Mittel direkt im Anschluss an den Gegentreffer, hatte man noch eine kleine Hoffnung.

Diese keimte natürlich zusätzlich auf, als Draxler den Ball so herrlich auf Huntelaars Kopf spielte, dass dieser zwangsweise im Tor landen musste. Regte ich mich vor dem Spiel noch innerlich über die großspurige Ansage von Huntelaar auf, fing ich nun an, ihm zu glauben. Doch bis zur Halbzeit blieb es beim 1:1, weil Matip & Co. Aluminium und Torwart nicht überwinden konnten.

In der Zweiten Halbzeit baute die Mannschaft von Huub Stevens dann einen Druck auf, wie ich ihn auf Schalke noch nicht gesehen habe. Als der Schiedsrichter zehn Minuten nach Wiederanpfiff und dem zweiten Handspiel innerhalb von Sekunden auf den Punkt zeigte, war mir klar, dass wir heute als Viertelfinalist den Platz verlassen. Der Hunter nahm den Ball, der Hunter lief an, der Hunter versenkte ihn. Zwei zu Eins. Wahnsinn.

Eine weitere Viertelstunde und einen Gänsehaut erregenden „Mythos vom Schalker Markt“ später sollte es so weit sein: Raúl spielte den Ball mit der Hacke auf Jones, dieser korrigierte mit einem strammen Schuss aus nächster Nähe seinen Ruf vom Chancentod zum Co-Matchwinner. Ich weiß nicht mehr genau warum, aber in diesem Moment lag ich jubelnd auf dem Treppenaufgang des Blocks. Unglaublich, was sich nach so viel Spannung da in einem löst.

Doch genug hatten unsere Jungs – und allen voran Jones und Huntelaar – noch nicht. Jones schickte den Hunter nach einem tollen Lauf und dieser machte sein 37. Tor im 36. Pflichtspiel. Wir haben es gemacht! Die Eurofighter sind zurück, und verdienen sich endlich auch wieder diesen Namen.

Und als hätte das Spiel als solches nicht genug große Momente bereit gehalten, spielen sich auch nachher denkwürdige und einfach einmalige Szenen ab. Während die Nordkurve das Twente-Lied „singt“, feiert die Schalker Mannschaft vor dem Gästeblock mit den Twente-Fans. Eine großartige Szene, die sich da abspielte und nicht weniger großartige Fans, die wir da zu Gast hatten. Verständlich, aber Schade, dass die Mannschaft Enschedes einfach zu enttäuscht war, und in die Kabine verschwunden ist, statt den verdienten Applaus des ganzen Stadions abzuholen.

Dieser Abend war sicherlich einer der Größten, die mir der Fußball bisher geboten hat, und wird sicherlich – genau wie das Hinspiel in Enschede – unvergessen bleiben.

Danke Schalke,
Danke Twente!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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