Erfolgsverwöhnt 2.0

Das Schöne an Statistiken ist, dass man sie sich zurechtbiegen kann. Man kann den Zeitraum frei festlegen oder man kann Bereiche (im Falle Fußball: Wettbewerbe) ausklammern. Hier heißt das beispielsweise: Setzt man den Zeitraum mal zufällig auf fünf Spiele fest, und reduziert man die Statistik auf den Wettbewerb Bundesliga, so kann Schalke 5 Siege in 5 Spielen mit durchschnittlich 3,4:0,8 Toren vorweisen. Gerundet – sogar zu Schalkes Nachteil – heißt das 3:1. Diese Statistik sagt zwar nichts aus, gibt aber ein gutes Gefühl.

Für gute Gefühle muss man aber derweil nicht schummeln. Auch wenn die Zahlen auf die ganze Saison nicht dermaßen gut sind, sind sie jedoch äußerst verheißungsvoll. Bleiben wir vorerst in der Bundesliga: 13 Siege, nur ein Unentschieden und fünf Niederlagen. 45 Tore geschossen. 24 kassiert. Nur in Dortmund und Stuttgart sowie zu Hause gegen München beförderten die Knappen den Ball nicht ein einziges Mal in Netz und lediglich Vier mal schossen Sie nur ein Tor. Gegen Gladbach und in Leverkusen reichte das zum Sieg, Wolfsburg und Lautern hingegen schossen je ein Tor mehr. In drei Partien trafen die Königsblauen zwei mal. In Hannover reichte es zwar nur zum Unentschieden, in Hamburg und Berlin nahm man damit aber 3 Punkte mit. Bleiben 9 von 18 Partien, also genau die Hälfte, in denen Schalke 3 oder mehr Tore erzielte. Aufgedröselt: 3 mal 3, 4 mal 4, und 2 mal 5! Wahnsinn!

Es ist kein Geheimnis, dass Schalke sich in der einen oder anderen Partie erst spät zum mitspielen entschied. So wurden 31 der 45 (mehr als zwei Drittel) der Tore in der Zweiten Halbzeit geschossen. Die Gegentreffer teilen sich derweil recht gleichmäßig auf (13/11).

Die Europa-League sei nur kurz angerissen: 8 Spiele, 5 Siege, 2 Unentschieden, 1 Niederlage. 19:5 Tore. Der DFB Pokal würde nicht schlechter aussehen, der ist aber vorbei, und Teningen verzerrt! Trotzdem sollten wir schon jetzt mehr Pflichtspieltreffer erzielt haben, als ich in meiner Lebzeit erleben durfte. Oder liege ich da falsch?

Fakt ist: Wir sollten genießen, was hier passiert. Ganz gleich, ob Dortmund vor uns steht, ob wir am Ende 1. oder 5. werden, ob wir gegen Pilsen bestehen oder nicht. Schalke macht wieder 1904% Spaß. Nur gewöhnen sollten wir uns nicht daran…

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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