Kurz vor damals…

Es war kein richtiger Sommer in Deutschland, als Köln zu Gast in der altehrwürdigen Arena war. Es war erst der zweite Spieltag und im Spiel zuvor ging man trotz ordentlichem Spiel in Stuttgart baden. skAndy und Strom Hagemann saßen ausnahmsweise. Im Oberrang. Auf gepolsterten Sitzschalen. Köln ging durch Podolski in Führung, aber Schalke konnte noch kurz vor der Halbzeit durch einen von Huntelaar verwandelten Handelfer ausgleichen. In der zweiten Halbzeit, In der wir standesgemäß ein wenig zu spät auf unseren Plätzen waren, ging es dann rund. Schalke spielte unter dem damaligen Trainer Rangnick einen feinen Offensivfußball. Huntelaar, Holtby, ein traumhafter Lupfer von Raúl und nochmal Huntelaar sorgten für den 5:1 Endstand. Wir waren wieder da! Ein Traum.

Kein Traum. Aber irgendwie wirkt es, als läge diese Ära lang zurück. Also vor allem die kurz davor. Wir sitzen fest im Sattel, stehen irgendwo kurz vor Tabellenspitze und müssen nur noch ein paar Pünktchen sammeln, um Zufriedenheit aus der Saison zu ernten. Doch genau da könnten wir am Samstag abend bereits auf ein paar Probleme stoßen.

Es gibt im Fußball keine Selbstläufer. Zumindest nicht vor dem 5:0! Und wenn es Ausnahmen gäbe, die es sicherlich sogar gibt, dann wäre ein Kurztrip in die zweitschönste Millionenstadt des Rheinlands sicher nicht dafür prädestiniert. Nicht nur, dass Köln in der Hinrunde zu Hause eine Bank war, Schalkes Defensive pfeift aus dem letzten Loch. Und dass Kölns Stärke im schnellen Angriff liegt, dürfte auch bekannt sein.

Dennoch ist Schalke gefordert, die vor allem dem Tabellenplatz geschuldeten Favoritenrolle anzunehmen und mit breiter Brust aufzuspielen, denn wenn die Defensive ihre Fahne auf Halbmast hängt, muss der Angriff das Spiel gewinnen. Denn mit dem Zukauf von Obasi, der steigenden Eingewöhnung von Marica und Pukki und jeder Trainingseinheit Draxlers wächst Schalkes Offensiv-Stärke gewaltig. Und das, obwohl sie mit Raúl und Huntelaar schon im oberen Vierkommafünftel des Bundesliganiveaus schwebt.

Ich denke, dass auch Huub wieder auf ein offensives Spiel setzen wird. Und ich weiß, dass er ein Meister der Alternativenfindung ist. Meines Erachtens überhaupt eine der größten Stärken des Stevens-Systems. Er hält den Kader zusammen, die Alternativen bei Laune, und kann leistungsgewillte und -fähige Spieler ins Rennen werfen, wenn Not am Mann ist. Spieler wie beispielsweise Metze oder auch Sarpei scheinen jederzeit bereit, der Mannschaft auch auf dem Platz zu helfen.

 

P.S.: Um in Zukunft aber auf dermaßen große Kader verzichten zu können, und um Verletzungen wie die von Höwedes zu vermeiden, haben ein paar findige Norweger eine Wahnsinnserfindung im Angebot: Aufgeblasen statt Aufgebläht lautet hier das Motto. (Vielen Dank an Uwe aka. Heimatloser für den Link!)

 

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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