Eckonomy Klaas

Vorab: Das Spiel war schon nominell ein Freudenfest für den durchschnittlichen Web 0.4-Blogger. Gar könnte man meinen, wenn erst Matip und Papa träfen, seien mit dem Treffer von Jule Draxler die Weichen für TiLs nächstes Video und die Themenwoche für’s Web 0.4 gestellt. Ich für meinen Teil hätte nichts dagegen. Ansonsten haben wir – trotz aller Ausfälle und einem teilweise desolatem Dr. Brych – ein deftig überlegenes Schalker Team gesehen, dass aber in der ein oder anderen Situation spielerische Mittel vermissen ließ.

Sei’s drum, das Niveau auf welchem man nun meckern würde, übersteigt sicherlich sogar das des Dschungelkönigs in Spe, deshalb möchte ich (mal wieder) den Fokus auf die positiven Entwicklungen lenken:

Zum einen wären da die Ecken. Denn wo mancher sagen möchte, dass wir die – zumindest ersteren – Tore ja nur vom ruhenden Fleck erzielt haben, mag ich ein fröhliches „Hey, wir können es wieder!“ entgegenbringen. Von einem Team, dass mit gefährlichen Ecken aufwartet, lässt sich der Gegner schließlich gerne mal unter doppelt so viel Druck setzen, wenn er mit dem Ball bis an die Linie geht. Matips Größe und Wendigkeit, Papas Sprung- und vor allem Kopfballkraft: Herrlich! Dass die beiden Youngsters ihren defensiven Job auch noch mit höchster Bravour erledigten, sei nur mal schnell eingeschoben.

Während man aber in dieser Entwicklung noch anmerken kann, dass auch in der Hinrunde schon eine solche Entwicklung zu sehen war, ist folgende Auffälligkeit wohl die Überraschenste: Lars Unnerstall kann plötzlich das Spiel gefährlich eröffnen. Fast jeder Ball kam (zumindest ebenso fast) an, die meisten sogar gefährlich (und zwar für den Gegner). Ich weiß nicht, was sie mit dem Kerl in Katar gemacht haben, aber sie haben wohl alles richtig gemacht. Im Moment gibt es wirklich keinen Grund, dass Lars die Rückkehr Fährmanns fürchten muss. Stark.

Auch das Debut von Obasi war vielversprechend. Denn auch wenn ich persönlich lieber Pukki gesehen hätte, gab die Leistung dem Trainer Recht. Zwar ging erstaunlich oft ein genervtes Raunen durch die Kurve, da seine Flanken oft nur den Gegenspieler als dankbares Ziel fanden, in einigen anderen Situationen war es aber allein den Stürmern zuzuschreiben, dass dem Neuling der Scorerpunkt verwehrt blieb. Wir dürfen gespannt sein, was da noch kommt.

Das Großartigste an den Schalker Toren ist meines Erachtens aber das Alter der Akteure, die sie erzielten. Ausgerechnet die drei jüngsten (aktiven) Spieler im Kader (Ø19) machten die Buden. Wenn das nicht auf gute Zeiten hoffen lässt…

Doch leider hängt all dem ein wahnsinnig bitterer Nachgeschmack an. Denn Benedikt Höwedes hat sich nach einem Zusammenprall mit Marco Höger einen dreifachen Jochbeinbruch zugezogen und wird heute operiert. Mannschaftsarzt Rarreck nahm direkt der Hoffnung auf ein baldiges Maskencomeback den Wind aus den Segeln und sprach von einigen Wochen Ausfall. Obwohl ich unserem Team auch ohne die vielen Stammspieler noch einiges zutraue: Langsam wird’s verdammt dünn. Ob Heldt nun einen Notkauf wagt, bleibt abzuwarten.

Umso wichtiger waren aber die drei Punkte, die uns dieses Wochenende beschert hat. Und NEIN, nicht im Kampf um die Meisterschaft, sondern im Kampf um die internationalen Plätze. Denn auch wenn wir vor dem vorletzten Spiel sechs Punkte Vorsprung haben: Auf eine evtl. Meisterschaft lasse ich mich erst ein, wenn sie nicht mehr eventuell ist! Sag ich jetzt. Über die berühmte Wa(a)gschale rede ich dann vielleicht in ein paar Wochen!

Über die Meisterschaft reden darf meines Erachtens aber jederzeit Klaas-Jan Huntelaar. Wer seinen – abermals sympathischen – Auftritt im Sportstudio verpasst hat, sollte unbedingt die ZDF Mediathek aufsuchen.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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