Einerseits, Andererseits!

Der FC Schalke 04 übersteht die Gruppenphase der Europa-League ungeschlagen. 14 Punkte, ein wirklich toller Wert. In den Schatten stellt das bisher nur der RSC Anderlecht, der in der Gruppe L gegen Graz, Moskau und Athen satte 6 Siege einfahren konnte. Dennoch wundere ich mich über die vielen Stimmen, die gestern einen ungefährdeten Sieg gesehen haben wollen. Denn hätte Hildebrand nach dem Handelfmeter die Führung nicht festgehalten, hätte das Spiel bestimmt andere Bahnen genommen.

Doch er HAT. Und das freut mich ungemein. Keinen Vorwurf an unseren Neuverteidiger, der Drehbuchautor wollte es wohl so. Denn wie sonst kann ein Torwart in einem solchen Spiel zeigen, was er drauf hat? Aber nicht nur Hildebrand nutzte die Bühne. Auch Baumjohann und Marica blühten auf. Der gute Draxler sah in entscheidenden Situationen eher schlecht aus. Das Selbstvertrauen eines Treffers hätte er sicher gut gebrauchen können. Leider kam Toredieb Buljat ihm zuvor. Liebling Escudero zeigte vor allem, dass er noch Nachholbedarf hat.

Marica hingegen hat sich mit anderthalb Toren und einen Eintrag in die Geschichtsbücher des Vereins belohnt. Er schoss das 200. Europapokaltor für die Knappen. Ich gönne es ihm von Herzen. Ein tolles Angebot in der Winterpause übrigens auch. Vielleicht ja von Sechszehntelfinalist Steaua Bukarest? Für eine nahezu herzzerreißende Szene sorgten dann zwei 20-jährige  Debütanten in der Nachspielzeit. Langlitz bedient Wiegel zum 3:0, der es kaum fassen kann. Ohne auch nur eine Minute in der Bundesliga gespielt zu haben, darf er sich in die Torschützenliste der Europa-League eintragen.

So kriegten die 500 mitgereisten Schalker neben dem schönen Wetter doch noch einiges geboten. Den zwei hundertsten in Europa, den ersten von Wiegel und den vielleicht letzten von Marica.

Ich möchte nochmal betonen, dass wir sehr stolz auf unser Team sein können, das eine Gruppe mit unangenehmen Gegnern und Reisewegen gut gemeistert hat, ohne andere Wettbewerbe zu vernachlässigen. Trotzdem sind unsere Stammspieler frisch genug, um am Samstag beim wichtigen Spiel gegen Bremen mindestens ein Pünktchen zu holen. Wenn nicht, „iss auch nich schlimm“! Wichtiger indes ist es, da wird mir das königsblaue Regiment  zustimmen, dass wir in Gladbach siegreich sind. Schwerer indes aber auch.

 

 

 

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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