Noch härter: Die Jungs wollten den Sieg

Spielberichte können andere besser. Dennoch will ich hier mal den Auswärtseinsatz in der Bundeshauptstadt bewerten, und zwar ausdrücklich positiv!
Das nicht nur wegen des Sieges, der drei Punkte und des freudvoll stimmenden Blicks auf die Tabelle. Sondern weil mir solche Spiele in der Rückschau zu oft untergehen. Eben ein Spiel bei der unbedeutenden Hertha, einer Mittelmaßmaus, ein Gegner unter so vielen, den man mal so eben mitnimmt – ob da gewonnen oder verloren wurde, weiß am Ende kaum noch jemand.

Ich halte diesen Sieg jedoch für äußerst wertvoll. Ein Remis (wie beispielsweise in Hannover), gar eine knappe Niederlage (wie in Wolfsburg) hätte auch niemanden arg gewundert.
Schalke hat sich diese drei Punkte aber redlich verdient, wie ich finde. Von mangelndem Einsatzwillen auf (fast) allen Positionen keine Spur. Die Jungs wollten den Sieg – das habe ich, wenn auch nur am TV verfolgt, so gesehen, und das war es auch, was mich am meisten gefreut hat.
Wie unzufrieden sie waren mit dem Gegentor (Papas Diskussion mit Raúl beim Gang in die Halbzeitpause), das Engagement in der zweiten Halbzeit, als die Mannschaft sich gegen anzustürmen versuchende (aber zum Glück zu wenig kreativen) Berliner stämmte, ja, die Abwehrleistung, die hier erbracht wurde (Matip, Jones, Fuchs) – und vorher die gnadenlose Effektivität im Sturm (Hunter, Pukki)… Das hat den S04 ausgemacht am Freitag.
Dabei habe ich nicht übersehen, dass dem Gegner viel zu viel Mittelfeldplatz überlassen wurde (mag es an der Raute und nur einem Sechser gelegen haben, an einem nicht wirklich brillierendem Holtby und einem einsatzarmen Jurado), oder auch dass in der zweiten Hälfte zuwenig nach vorne gemacht wurde, und dass das, was sich an Chancen ergab, zum Teil erbärmlich verstolpert wurde. Das habe ich gesehen. Aber eben auch, dass das Team damit selbst nicht zufrieden war und bis zum Schluss die Punkte wollte.

So darf es für mich weitergehen. Wir haben uns oben festgesetzt und ich glaube, dass wir die „Internationalen“ auch nicht mehr hergeben. Auch gegen Bremen ist was drin, und wenn nicht, wird es dennoch eine erfolgreiche Hinrunde gewesen sein. Und zwar nicht zuletzt wegen eines Spielgewinns in Berlin. Das freut mich sehr. Glückauf.

André

André

Fakten:
Zwischentonbeauftragter des Web 0.4 | Jahrgang erster Bühnenauftritt der Stones | Erster Verein: Rot-und-blau, W-S-V, und als Aktiver: königsblauer Delbrücker Spochtclub | WohnHAFT in Dortmund | Würde niemals in Lüdenscheid wohnen wollen | Hat das Consol Theater in Gelsen-kirchen mitgegründet, direkt neben dem Logo des Web 0.4 | unvergessliche Paraderolle: der blinde Trainer Otze Hirschregen
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