1000 Freunde, die zusammen nörgeln…

Die Bilanz des gestrigen Abends: Ein Trainer, der sich mit der Aufstellung Högers auf der Position des rechten Verteidigers selbst wiederlegt, ein Torwart, der – schuldlos – den einzigen Schuss aufs Tor nicht halten konnte, je eine gelbe Karte (Jones, Martinovic), Vierzehn zu eins Eckbälle (der Zwölfte für Schalke bereits in der 25. Minute, das Resultat war das 1:0), ein Euro-League-Tor-Debutant, der sonst schon überall getroffen hat, ein in der Gruppenphase immer noch ungeschlagener FC Schalke 04, eine letztendlich souveräne Sicherung der Tabellenspitze, nur 3 Fouls auf Schalker Seite (auf der Gegenseite nominell 10, Dunkelziffer unbekannt), ein Mittelfeld, dass an seiner Effizienz arbeiten muss und eine Abwehr (im Schnitt 21,5 Jahre jung), die im großen und ganzen dicht hielt, und 1000 Freunde, die zusammen nörgeln.

Klar: Holtby hatte mal wieder einen Day-Off, die Innenverteidiger waren nicht fehlerlos und Jurado und Baumjohann wären beim Ballett besser aufgehoben gewesen. Das Spiel aber völlig in der Luft zu zerreißen, halte ich für groben Unfug. Wäre ein Gegner so gegen uns aufgtreten, wie wir gegen Bukarest, wäre die Rede von „Bravo“, „kaum was zugelassen“, „effizient“ und „dominant“ gewesen. Unsere eigenen Spieler werden aber einmal mehr in den Boden gerammt. Natürlich nicht alle. Vorzugsweise die Jungen (Draxler mal ausgenommen).

Ich halte nicht viel davon, Borussia Dortmund als Vorbild zu erachten. Dennoch stelle ich einen ganz markanten Unterschied zwischen uns und den Dortmunder Fans vor zwei Jahren fest. Sie standen zu ihren jungen Spielern. Sie verzeihten ihnen Fehler und vertrauten darauf, dass sie sich entwickeln werden. Und, um von dem ungeliebten Nachbarn wegzukommen, das war in allen Nicht-Bayern-oder-Magath-Meistermannschaften so. Wir demontieren Sie hingegen selbst und nehmen ihnen das Selbstvertrauen. Fünfzehn andere Mannschaften der Liga wären einfach nur froh, wenn sie einen Papa oder einen Matip in ihren Reihen hätten…

Sorry, ich weiß, dass ich mich wiederhole. Aber das widert mich an!

 

Wer übrigens das wunderbare Spieltagskurzgedicht von Strom nicht gelesen hat, sollte dies schleunigst nachholen!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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