Behinderte Schwuchtel

Machen wir uns nichts vor. Homophobie, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Allgemeine Diskriminierungen sind – leider nicht nur, aber vor allem – im Sprachgebrauch in deutschen Stadien viel zu hoch im Kurs. Was habe ich nicht schon alles bei uns auf Schalke gehört. Teppichflieger (Karimi), Käsefresse (Huntelaar), behinderte Schwuchtel (Matip) und Reisfresser (Uchida) sind hässliche, aber leider noch sehr milde Beispiele. Damit bildet mein Verein keine Ausnahme. Und auch andere Sportarten sind ebenso betroffen.

Man kann über das Schimpfen auf die eigenen Spieler grundsätzlich geteilter Meinung sein ( Ich für meinen Teil schimpfe ja eh lieber auf den Gegner) aber gewisse Grenzen sollten in jedem Fall gelten. Das ist keiner Diskussion würdig. Aber wie reagiert man auf solche Rufer die in unmittelbarer Nähe stehen. Ich belasse es meist bei einem bösen Blick, ärger mich aber nicht selten nachher drüber, vor allem, weil es ungefähr gar nichts bringt.

Ich mag eigentlich keine Diskussionsaufforderungen, aber es interessiert mich wirklich: Wie verhaltet ihr euch in solchen Situationen, bzw. wie würdet ihr euch verhalten? Oder sind euch solche Zwischenrufe im Stadion egal („Gehört halt dazu“)? Wo liegt die Grenze? Welche Aussagen würdet ihr nicht tolerieren? Welche Erfahrungen habt ihr aufgrund eures Verhaltens gemacht? Oder habt ihr mitbekommen, dass andere eingeschritten sind?

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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