Alles außer Fußball: Von Kassetten und Bleistiften

Das Leben ist schön. Ich bin nunmehr 32 Jahre alt, habe eine wunderbare Frau und eine süße kleine Tochter die schon jetzt weiß wie sie mich um den Finger wickelt. Den Hang zum überschwänglichen medialen und materiellen Konsum muss sie definitiv von mir geerbt haben. Im zarten Alter von 3 Jahren und 8 Monaten weiß Kind von Welt genau was sie will und was auf sie auf keinen Fall will. Grenzen lässt man sich als Kindergartenmadame nämlich ungern setzen. Die Auffassungsgabe und das aufsaugen von Wissen gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik sucht schlicht und ergreifend ihresgleichen. Wie schnell ein kleines Mädchen lernt ein iPad zu bedienen um auf Youtube den französischen Esel Trotro, den kleinen Elefanten oder Jonalu zu sehen ist schier unglaublich.

Aber zurück zum Konsum, in meinem Fall dem medialen Konsum. Ich habe mich lange Zeit nicht mit Kindersendungen und Kinderspielzeug auseinandergesetzt. Es bestand einfach keine Notwendigkeit mir Gedanken über Pokemons, bellende Plüschhunde und miteinander kämpfende Kreisel zu machen. Nun ist es aber soweit, ich muss es tun, ich achte genau darauf, was meine Tochter sieht, wie lange sie es sieht und mit was sie spielt.

Vielleicht denke ich zu gerne an meine eigene Kindheit zurück, aber was war das doch großartig damals Zini im ZDF zu sehen, Marionetten aus der Augsburger Puppenkiste oder sich halb totzulachen wenn Tom mit Fleischerbeil bewaffnet den armen Jerry jagte. Tripods! Großartig! Und heute? Spülschwämme die unter Wasser grillen, die Sesamstrasse nur noch animiert (?!),  Prinzessinnen hier, KiKaninchen da. Die Helden meiner frühen Kindheit sagen mir da doch eher zu als das heutige Gewäsch der „kindergerechten“ Unterhaltungsindustrie.

Beim Spielzeug fast das gleiche Spiel. Gibt es eigentlich noch irgendein Spielzeug das keine Batterien braucht um nervtötend zu blinken und Geräusche von sich zu geben? Wir als Eltern bemühen uns eisern um genau um diesen Mist einen Bogen zu machen, was die Verwandtschaft natürlich nicht davon abhält die kleine Larissa trotzdem mit einem dieser Nervenkiller zu beschenken.

21 Century Digital Girl beschreit meiner Meinung nach ganz gut die Welt in der meine Tochter aufwachsen wird. Verhindern will ich den anstehenden Umgang mit Computern nicht, zu wichtig ist es geworden sich in der digitalen Welt und dem Netz auszukennen. Das ganze in sinnvollen Dosen ablaufen zu lassen wird die schwierigste Aufgabe sein.

Was Jugendliche heute nie verstehen werden ist die Assoziation zwischen einem Bleistift und einer Kassette. Für mich selbstverständlich, heute für Kinder und Jugendliche unmöglich einen Zusammenhang herzustellen. Ein Bild beider Gegenstände ist für mich die perfekte Altersabfrage auf den nicht jugendfreien Seiten. ;)

Zum Abschluss mal eine Frage an alle Leser: Hat einer von euch verstanden warum Jugendliche sich heute  die Hose in die Socken stecken und diese so weit unten tragen als seien sie gerade beim 5 gegen Willi erwischt worden?

Eins muss man der heutigen Jugend allerdings lassen. Bei 4 Grad mit Joggingpeitsche an der Haltestelle stehen und sich den Arsch abzufrieren verlangt Respekt.

Glück auf

Kevin

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Technikbeauftragter des Web 0.4
Kevin

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