Gerührt, nicht geschüttelt.

Nicht selten habe ich es morgens eilig. Vornehmlich werktags, denn speziell an diesen Tagen sieht mein Arbeitsvertrag ein pünktliches Erscheinen im Büro vor. Eine der ersten zeitlichen Einsparungen im Falle einer drohenden Verspätung ist das allmorgendliche Kaffee zubereiten. Auf das Kaffee trinken will ich jedoch kaum verzichten, da kam mir in der Vergangenheit eine große internationale Fast-Food-Kette mit ihrem günstigen Angebot sehr entgegen, denn, aufgrund der Bahnhofslage, kostete mich der kleine Cappuccino dort genau einen Euro und zwei der sowieso vorhandenen fünf Minuten Wartezeit.

Leider ist, mal abgesehen von der Pommesgabel, die eher einem Eisstiel mit Spalt gleicht, dieses Restaurant weitestgehend besteckfrei. Zum Umrühren des Heißgetränks steht lediglich ein dünner Holzstab zur Verfügung. Da noch ein kleiner Weg zum Gleis ansteht, bleibt meist nicht viel Zeit: Zwei Tütchen Zucker rein, drei mal den Stab durchschwingen, Deckel drauf, fertig! Dann am Gleis kommt das Erlebnis, wegen welchem ich überhaupt nur meine intime Kaffeebeichte zur Schau trage, angefangen mit dem ersten Schluck. Denn dieser ist schön heiß, gespickt mit Milchschaum, in dem noch Zuckerreste hängen. Dann jedoch kommt, dem armseligen Umrühren geschuldet, der lieblose Mittelteil, der so ungefähr nichts von dem Zucker abbekommen zu haben scheint. Die mangelnde Qualität des Kaffees tut das Übrige. Doch ihr ahnt es, zum Schluss wird der Inhalt des Bechers immer süßlicher, manchmal mehr, manchmal weniger ver- und erträglich.

Ich muss wohl nicht mehr lange ausholen, um auf den Punkt zu kommen, denn genau dieses Erlebnis habe ich in dieser Saison schon des öfteren mit meinem  S04 gehabt. Erst lecker, dann etwas bitter und am Ende einfach Zucker. Das ist eben so: Schalke ist eben nicht schlecht, Schalke ist nur schlecht gerührt.

Wer sich nun fragt, warum in der Einleitung von „Vergangenheit“ die Rede ist; Die Kette hat den Preis meines favorisierten Getränks um sage und schreibe 40% erhöht. Ich glaube nicht, dass ich in Zukunft noch zuschlagen werde. Wer jedoch schon mal den Ein-Euro-Kaffe der SB-Bäckerei nebenan probiert hat, ist nunmehr in der Lage nachzuempfinden, was ich vom Ergebnis der DFB-Pokalauslosung halte…

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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